


Nur sieben Tage nach seinem bitteren Drama bei The Players hat Matt Fitzpatrick die perfekte Antwort gegeben. Mit einem nervenstarken Sieg bei der Valspar Championship unterstreicht der Engländer seine Ambitionen auf der PGA Tour und sendet ein deutliches Signal Richtung Augusta.
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Vor genau einer Woche stand Matt Fitzpatrick mit hängenden Schultern am 18. Grün des TPC Sawgrass. Ein Bogey am letzten Loch kostete ihn den sicher geglaubten Sieg beim Flaggschiff-Event der PGA Tour. Doch im Golfsport entscheiden oft Nuancen über Triumph oder Tragödie. Sieben Tage später verwandelte Fitzpatrick genau diesen Frust in pure Energie und sicherte sich im Innisbrook Resort seinen dritten Karrieretitel auf der US-amerikanischen PGA Tour.
Hier finden Sie das Leaderboard der Valspar Championship 2026 der PGA Tour.
Dabei sah es lange Zeit nach einem Sieg für Sungjae Im aus. Der Südkoreaner startete mit zwei Schlägen Vorsprung in den Finaltag, erlebte jedoch einen frühen sportlichen Offenbarungseid. Mit fünf Bogeys auf den ersten zehn Löchern machte er den Weg frei für ein Verfolgerfeld, das auf dem tückischen Copperhead Course um jeden Zentimeter kämpfte.
Während Routiniers wie Brandt Snedeker durch ein folgenschweres Doppel-Bogey an der 12 zurückfielen, blieb Fitzpatrick die Ruhe selbst. Seine Statistik am Finalwochenende liest sich wie eine Masterclass in Sachen Fehlervermeidung: Der 31-Jährige blieb über die gesamten letzten 36 Löcher ohne einen einzigen Schlagverlust – eine Seltenheit auf diesem Niveau der PGA Tour.
Die Entscheidung fiel an der 18. Bahn, dem Abschluss des berüchtigten „Snake Pit“. In elf vorangegangenen Runden in Palm Harbor hatte Fitzpatrick an diesem Loch noch nie ein Birdie erzielt. Doch als es am Sonntag am wichtigsten war, fiel der 14-Fuß-Putt (ca. 4 Meter) zum Sieg.
Interessanterweise steckte hinter diesem Moment harte Arbeit im Detail. Gemeinsam mit seinem Putting-Coach Phil Kenyon arbeitet Fitzpatrick aktuell an einer technischen Umstellung auf der PGA Tour. Ziel ist eine geringere Beschleunigung im Treffmoment für mehr Konstanz. „Ich war ehrlich gesagt nicht besonders scharf auf diesen Putt, wenn man meine Leistung auf den Grüns heute bedenkt“, gab Fitzpatrick später offen zu. „Dass er genau so reinging, war extrem speziell.“
Fitzpatricks Sieg markiert zudem das Ende einer fast dreijährigen Durststrecke auf der PGA Tour seit seinem Erfolg beim RBC Heritage 2023. Dass er nach der Enttäuschung der Vorwoche direkt wieder antrat, anstatt zu pausieren, zeigt seine aktuelle mentale Verfassung. „Jeder Sieg ist fantastisch“, erklärte er sichtlich gerührt nach Telefonaten mit seiner Ehefrau Katherine und seinen Eltern. „Es ist so verdammt hart, hier draußen auf der PGA Tour zu gewinnen.“
Auch aus statistischer Sicht war Fitzpatrick überlegen: Er führte das Feld in der Kategorie Strokes Gained: Tee-to-Green an – ein klarer Beleg dafür, dass sein langes Spiel derzeit zu den besten der Welt gehört.
Mit diesem Triumph klettert Matt Fitzpatrick auf Platz 6 der Weltrangliste und festigt seinen dritten Platz in der Saisonwertung der PGA Tour. Drei Wochen vor dem Masters in Augusta könnte sein Timing nicht besser sein. Während die PGA Tour nun für zwei Stopps nach Texas weiterzieht, wird Fitzpatrick eine Pause einlegen, um sich gezielt auf die Jagd nach seinem zweiten Major-Titel vorzubereiten.
Eines ist sicher: Wer die „Snake Pit“ so kontrolliert bezwingt wie Fitzpatrick an diesem Wochenende, gehört im April in Georgia definitiv zum engsten Favoritenkreis.
23 Mar 2026
Matt Fitzpatrick gewinnt die Valspar Championship der PGA Tour. (Foto: x.com/PGATour)