


Wer die Niederlande golftechnisch verstehen will, kommt an einem Namen nicht vorbei: The Dutch. Obwohl die Anlage in Spijk erst 2011 eröffnet wurde, hat sie sich längst als das exklusive Nonplusultra der Region etabliert. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein modernes Golfmärchen: Schottische Pros vermissten in ihrer Wahlheimat den absoluten Weltklasse-Standard, den sie von Reisen mit ihren Top-Klienten kannten. Kurzerhand gründeten sie unter dem passenden Namen „Made in Scotland“ ihr eigenes Golf-Eldorado.
Der Platz, in Schlagdistanz zwischen Utrecht und Rotterdam gelegen, ist ein exklusiver Privatclub und beherbergt zugleich eines der umfangreichsten Golf-Business-Netzwerke in Kontinentaleuropa. Wer hier aufteen möchte, muss entweder Mitglied sein, als Gast eines solchen kommen oder über das renommierte IMG-Prestige-Netzwerk bzw. als Mitglied einer European Tour Destination Zugang finden. Diese Exklusivität garantiert jedoch einen Service, der schon am ersten Abschlag beginnt: Neben Scorekarten und Tees liegen hier frische Äpfel und Bananen bereit – kleine Gesten, die den hohen Anspruch unterstreichen.
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Das Design stammt aus der Feder von Ryder-Cup-Legende Colin Montgomerie. Er schuf einen Platz, der optisch stark an schottische Linkskurse erinnert – mit einem entscheidenden Unterschied: Wasser ist hier kein seltener Gast, sondern ein dominantes Gestaltungselement. Internationalen Ruhm erlangte das Par-71-Layout vor allem als Austragungsort der KLM Dutch Open zwischen 2016 und 2018.
Der Platz spielt sich je nach Teebox zwischen 5.076 und 6.331 Metern. Während die Auftaktbahn noch moderat ausfällt, zeigt Bahn 2, ein Par-4, mit seinem 90-Grad-Dogleg sofort, dass Präzision vom Tee überlebenswichtig ist. Ein besonderes Highlight der Front Nine ist Bahn 8, ein malerisches Par-3 mit erhöhtem Grün, das rechts und hinten von Wasser eingerahmt wird.
Die zweiten neun Löcher erhöhen den Druck spürbar. Bahn 11 gilt als die schwerste Bahn der Runde: ein bis zu 444 Meter langes Par-4, bei dem gleich zwei Bachläufe das Fairway kreuzen. Wer hier das Par rettet, darf sich zu den Könnern zählen. Legendär ist zudem Bahn 14, wo bei den KLM Open die Amateure im „Beat the Pro“-Wettbewerb gegen die Stars antraten.
Das Finale am 18. Loch, einem Par-5, verlangt taktische Disziplin. Auf einer Länge von bis zu 557 Metern begleitet ein großer See die rechte Seite der Lay-up-Zone. Ein tückischer Wassergraben direkt vor dem zweistufigen Grün macht den Annäherungsschlag zur Nervensache. Wer hier den Ball sicher im Loch unterbringt, hat sich das anschließende Kaltgetränk auf der weitläufigen Terrasse redlich verdient.
The Dutch ist mehr als nur ein Golfplatz; es ist ein hochkarätiges Business-Netzwerk mit sportlichem Weltklasse-Anspruch. Wer die Chance hat, dort zu spielen (beispielsweise im Rahmen eines Firmenevents), sollte sie nutzen – und sein kurzes Spiel auf den ondulierten Grüns sowie die Schlaglängen bei Wind genauestens kalkulieren.
24 Feb 2026
The Dutch ist der wohl exklusivste Golfclub der Niederlande. (Foto: Michael Althoff)
The Dutch liegt zwischen Utrecht und Rotterdam und bietet neben dem hervorragenden Kurs erstklassigen Service. (Fotos: Michael Althoff)
The Dutch erinnert optisch stark an einen schottischen Links Course. (Fotos: Michael Althoff)