


Haben Sie sich beim Abschlag schon einmal gefragt, was in der kleinen weißen Kugel eigentlich vorgeht? Ein Golfball ist längst kein simples Spielzeug mehr, sondern ein technologisches Meisterwerk. In diesem Guide blicken wir tief in den Golfball-Querschnitt und klären alles von der Produktion über das Golfball-Material bis hin zur Aerodynamik. Außerdem verraten wir, wie weit ein Golfball fliegen kann.
Wer einen Golfball von innen betrachtet, erkennt schnell, dass es sich um ein komplexes Mehrschicht-System handelt. Doch aus was besteht ein Golfball eigentlich genau? Der moderne Golfball-Aufbau besteht meist aus einem Kern, einer oder mehreren Mantelschichten und der Schale. Alle Schichten sind aus unterschiedlichen Materialien gefertigt und verleihen dem Golfball je nach Zusammensetzung und Anzahl der Lagen verschiedene Eigenschaften.

Die Golfball-Herstellung ist ein Präzisionsprozess. Zunächst wird die Materialmischung des Kerns aus synthetischem Kautschuk und anderen Rohstoffen hergestellt. Dann wird der Kern des Golfballs unter hoher Temperatur und hohem Druck geformt. Nach dem Auskühlen der Kerne werden die Lagen um den Kern gegossen. Im nächsten Schritt der Herstellung wird die Oberfläche des Golfballs im Spritzgussverfahren mit den charakteristischen Dimples versehen. Diese kleinen Dellen sind entscheidend, da sie den Luftwiderstand halbieren und den Auftrieb maximieren.
Erfahren Sie hier mehr über Dimples und was passiert, wenn ein Golfball keine Vertiefungen hat.
Ein wichtiger Begriff für jeden Spieler ist die Golfball-Kompression (oft auch englisch Golfball Compression). Sie beschreibt, wie stark sich der Ball im Treffmoment verformt. Ein Ball mit niedriger Kompression lässt sich leichter komprimieren und ist ideal für Spieler mit langsamerer Schwunggeschwindigkeit, um mehr Weite zu generieren. Die Kompression sorgt für den sogenannten Trampolineffekt, der den Golfball zusätzlich beschleunigt.
Sobald der Schläger den Ball trifft, übernimmt die Physik. Die Beschleunigung beim Golfball ist enorm: Von 0 auf Höchstgeschwindigkeit in Millisekunden. Der Schläger trifft bei sehr guten Golfprofis der PGA Tour oder DP World Tour mit ca 125 mp/h (ca. 201 km/h) auf den Golfball. Dieser wird dadurch auf ca. 190 mp/h (ca. 305 km/h) beschleunigt. Dass die Geschwindigkeit des Balles über der des Schlägers liegt, hat seine Ursache im Trampolineffekt. Neben der Übertragung der kinetischen Energie des Golfschlägers, nimmt der Golfball durch Verformung (Kompression) weitere Energie auf und springt förmlich von der Schlagfläche ab.
Ein kurzes Stück Sportgeschichte: 1971 schlug Alan Shepard einen Golfball auf dem Mond. Da der erste Versuch misslang, schlug er auch den zweiten der Golfbälle, den er auf die Apollo-Missoin geschuggelt hatte. Ohne Luftwiderstand und bei nur einem Sechstel der Erdschwerkraft stellte sich die Frage: Wie weit kann man einen Golfball schlagen, wenn keine Atmosphäre ihn bremst? Shepards Ball flog – laut seiner Aussage – „Meilen und Meilen“. In der Realität waren es nur knapp 40 Meter. In der Theorie könnte ein optimal getroffener Ball auf dem Mond aber mehrere Kilometer weit fliegen! Der Raumanzug Shepards verhinderte jedoch einen ordentlichen Schwung.
01 Feb 2026
Erfahren Sie in diesem Artikel, wie ein Golfball hergestellt wird, aus welchem Material er besteht und wie weit und schnell ein Golfball fliegen kann. (Foto: Adobe Stock)