


Rory McIlroy hat das Unmögliche geschafft: Mit einer nervenstarken Titelverteidigung beim US Masters 2026 sicherte er sich sein zweites Green Jacket in Folge und seinen sechsten Major-Titel. Doch hinter dem Erfolg in Augusta steckt nicht nur purer Wille, sondern ein präzise abgestimmtes Arsenal an Equipment. Wir werfen einen Blick in das Bag, das Golfgeschichte schrieb.
Der Grundstein für den diesjährigen Triumph wurde ironischerweise bereits Anfang 2025 gelegt. Damals wechselte Rory McIlroy auf den TaylorMade TP5 – eine Entscheidung, die er rückblickend als entscheidend für sein Spiel in Augusta bezeichnet. Mit dem neuen 2026er TP5 fand Rory die Konstanz im Spin, die man braucht, um die tückischen Grüns des Augusta National zu bändigen.
Besonders an der legendären 12. Bahn, dem Herzen der „Amen Corner“, zahlte sich das Vertrauen aus. „Ich wusste, dass es ein perfektes Drei-Viertel-Eisen-9 war“, erklärte McIlroy nach der Runde. Der Ball ermöglichte es ihm, den Spin exakt zu kontrollieren, statt mit vollem Tempo Gefahr zu laufen, über das Ziel hinauszuschießen.
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Wenn es eine Statistik gibt, die Rorys Überlegenheit in dieser Woche unterstreicht, dann ist es seine Leistung mit dem Driver - zumindest in Sachen Schlagdistanz. Mit dem neuen TaylorMade Qi4D erzielte McIlroy eine durchschnittliche Drive-Distanz von 325 Yards – das sind satte 21 Yards mehr als der Durchschnitt des Feldes. Auch wenn er in puncto Genauigkeit mit diesem Schläger nach drei Runden noch am Ende der Statistik stand, so hatte er es doch immer wieder geschafft, die zeitweise Schwäche mit dem Driver im Anschluss mit seinen Wedges und Eisen wettzumachen. In der Finalrunde traf McIlroy dann auch wieder deutlich mehr Fairways mit dem Driver.
Das Fitting für diesen Schläger im Herbst 2025 gilt intern bereits als legendär. Adrian Rietveld, Senior Tour Manager bei TaylorMade, berichtet von einer Session, in der Rory bei 30 Schlägen nur zweimal sein Ziel verfehlte. In Augusta nutzte McIlroy dieses Vertrauen: Sein 350-Yard-Drive an Bahn 13 am Sonntag ebnete den Weg für eines der wichtigsten Birdies des Turniers. Das Setup (8.0° Loft, Ventus Black 6X Schaft) ist dabei auf maximale Stabilität bei Fehlschlägen ausgelegt, ohne die gewohnte Flugkurve zu opfern.
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Augusta ist bekannt für seine extrem kurz gemähten Bereiche rund um die Grüns, die sogenannten „tight lies“. Um hier keine Fehler zu machen, passte Rory sein Wedge-Setup spezifisch an. Er wechselte auf MG5 Wedges, wobei sein 60° Lob Wedge auf 61° Loft gebogen wurde.
Dieser zusätzliche Grad Loft erhöht den „Sit Point“ der Vorderkante minimal. Das Ergebnis: Das Wedge gleitet sauberer durch das Gras, ohne sich im Boden zu verfangen – ein entscheidender Faktor für die „Up-and-Downs“, die Rory am Finalsonntag im Spiel hielten. Die neue Spin Tread Technologie sorgte zudem für konstante Reibung, selbst unter dem wechselhaften Wetter der Turniertage.
Während auf den Fairways die Power regierte, wurde das Masters auf den Grüns entschieden. Seit dem Ende der Saison 2024 vertraut McIlroy auf den Spider Tour X (Short Slant). Mit 30 Grad „Toe Hang“ passt dieser Putter perfekt zu Rorys moderat bogenförmiger Schwungbewegung. James Holley von TaylorMade betont, dass Rory das Gefühl braucht, dass sich die Schlagfläche im Rückschwung öffnet und im Durchschwung aktiv schließt. Dieses Vertrauen spürte man am Sonntag: Selbst als der Drive an der 18 in den Piniennadeln landete, blieb Rory ruhig und lochte in zwei Putts zum Sieg.
Fazit: Rory McIlroys zweites Green Jacket ist das Ergebnis einer perfekten Symbiose aus Athlet und Material. Während sein Spiel so kraftvoll wie eh und je ist, gibt ihm sein aktuelles TaylorMade-Setup die nötige Präzision und Kontrolle, um auch unter dem extremen Druck einer Titelverteidigung zu bestehen.
13 Apr 2026
Rory McIlroy und sein Caddie Harry Diamond liegen sich nach dem letzten Putt beim US Masters 2026 in den Armen. (Foto: Imago / UPI Photo)