


Nach einer monatelangen Durststrecke meldet sich der US-Open-Champion eindrucksvoll zurück. In einem dramatischen Finale der Valero Texas Open auf der PGA Tour trotzt J.J. Spaun dem Wetter und der Konkurrenz. Während die Favoriten am Ende patzten, ebnete ein spektakuläres Eagle an der 17 den Weg zu seinem dritten Karrieresieg.
Es war ein Sonntag der Extreme auf der PGA Tour. Zwischen nächtlichen Hotel-Evakuierungen durch Fehlalarme, heftigen Regenfällen und einem Temperatursturz von fast 30 Grad behielt einer die Nerven, mit dem nach den ersten beiden Runden kaum jemand gerechnet hatte: J.J. Spaun. Mit einer brillanten 67er-Runde (-5) am Finaltag sicherte sich der 35-Jährige seinen zweiten Titel im TPC San Antonio und sendet damit eine Kampfansage in Richtung Augusta National.
Hier finden Sie das komplette Endresultat der Valero Texas Open 2026.
Lange Zeit sah es so aus, als würde der Schotte Robert MacIntyre das Feld kontrollieren. Doch während die Spitze im kalten texanischen Wind zu wanken begann, startete Spaun auf der Back Nine eine furiose Aufholjagd. Nach Birdies an der 10, 14 und 16 setzte er am riskanten Par-4 der 17 den entscheidenden Nadelstich. Er attackierte das Grün direkt mit dem Driver und lochte den anschließenden Drei-Meter-Putt zum Eagle.
Mit einem Gesamtergebnis von 17 unter Par setzte Spaun die Marke im Clubhaus, die keiner der verbliebenen Akteure auf der PGA Tour mehr unterbieten konnte.
Besonders bitter endete das Turnier für Robert MacIntyre. Der Schotte, der das Feld über weite Strecken angeführt hatte, konterte Spauns Eagle an der 17 zwar spektakulär, benötigte an der 18 jedoch ein Birdie für das Playoff. Nach einem völlig verzogenen Schlag in den nassen Untergrund links des Fairways blieb ihm nur die Schadensbegrenzung.
Laut Berichten von Golfweek verglich MacIntyre das Abschlussloch des von Greg Norman designten Oaks Course mit dem Jumeirah Golf Estates in Dubai: „Reines Chaos“, so sein Resümee nach dem verpassten 9-Meter-Putt zur geteilten Führung. Er teilt sich den zweiten Rang mit dem Engländer Matt Wallace und Michael Kim, die ebenfalls bei 16 unter Par ins Ziel kamen.
Für Spaun ist dieser Erfolg auf der PGA Tour nicht nur ein Scheck über 1,76 Millionen US-Dollar. Nach seinem US-Open-Sieg 2025 war der Kalifornier in ein tiefes Loch gefallen. In der laufenden Saison 2026 verpasste er bei sieben Starts viermal den Cut und kämpfte mit seinen Putting-Statistiken.
Gegenüber den Medienvertretern in San Antonio gab Spaun einen Einblick in sein Seelenleben: „Ich habe mir zu Beginn des Jahres selbst viel Druck und hohe Erwartungen auferlegt“, gestand Spaun. „Das war das komplette Gegenteil meines Mantras aus dem letzten Jahr. Seit dem PLAYERS versuche ich wieder befreiter zu spielen und zu akzeptieren, was mein Spiel mir an diesem Tag gibt.“ Dieser Fokus auf mentale Gelassenheit zahlte sich aus. Trotz 26 zu absolvierender Löcher am Sonntag – eine Folge der massiven Wetterverzögerungen vom Samstag – bewies Spaun die größte Ausdauer.
Durch den Sieg klettert Spaun im FedExCup um stolze 91 Plätze auf Rang 24. Viel wichtiger dürfte jedoch der psychologische Vorteil sein: Während Stars wie Ludvig Åberg (T5) und Andrew Putnam zwar solide spielten, aber die entscheidenden Putts liegen ließen, reist Spaun als frischgebackener Champion zum Masters.
Wenn die Elite der PGA Tour am 9. April in Augusta abschlägt, gehört J.J. Spaun nicht mehr nur aufgrund seines Major-Status zum erweiterten Favoritenkreis, sondern auch wegen seiner wiedergewonnenen Form. In San Antonio hat er bewiesen, dass er auch ohne sein „A-Game“ – wie er selbst sagt – in der Lage ist, ein Weltklassefeld zu besiegen.
06 Apr 2026
J.J. Spaun gewinnt zum zweiten Mal die Valero Texas Open der PGA Tour. (Foto: Imago / Icon Sportswire)