


Der Ostplatz des Berliner Golfclubs Stolper Heide ist weit mehr als nur die zweite Spieloption neben dem prominenten Westplatz. Zwar erkennt man sofort die architektonische Verwandtschaft – schließlich war Kurt Rossknecht nach seiner Rolle als Bauleiter des von Bernhard Langer entworfenen Westplatzes auch für das Design des Ostplatzes verantwortlich –, doch die Anlage besitzt einen eigenständigen Charakter. Alles wirkt hier etwas kompakter: kürzere Gesamtlänge, geringere Ondulierungen, kleinere Bunker. Geblieben sind jedoch die großen, stark modellierten Grüns, die eine präzise Schlägerwahl zwingend erforderlich machen.
Je nach Abschlag spielt sich der Platz als Par-72 oder Par-73, bei vier Teeboxen pro Bahn und einer Gesamtlänge zwischen 5.232 und 6.367 Metern. Damit ist der Ostplatz sportlich anspruchsvoll, ohne überfordernd zu wirken. Schon die Auftaktbahn, ein Par-4 als Dogleg links, gibt einen Hinweis auf den weiteren Rundenverlauf: Wasser flankiert die Landezone, links zieht sich das Hindernis fast bis zum Grün, und rechts verteidigt ein mächtiger Bunker die Fahne. Wer hier unbedacht angreift, zahlt schnell Lehrgeld.
Hier finden Sie viele weitere Reiseberichte aus den schönsten Golfregionen der Welt.
Auch die folgenden Bahnen verlangen strategisches Spiel. Das zweite Loch führt in einer S-Kurve in Richtung Grün, während das erste Par-3 durch ein erhöhtes, seitlich abfallendes Grün besticht. Beim ersten Par-5 täuscht der Eindruck einer bunkerübersäten Landezone – typisches Risk-and-Reward-Design, bei dem es auf die Wahl der richtigen Spiellinie ankommt.
Auffällig ist, wie häufig Wasser geschickt in die Spielstrategie eingebunden wird, ohne dominant zu wirken. Mehrfach eröffnet sich die Wahl: mutig direkt angreifen oder defensiv vorlegen, um sich einen besseren Winkel zu schaffen. Die Front Nine enden mit einem Par-5, bei dem vor allem die letzten 80 Meter höchste Konzentration verlangen. Wasser, Wellen im Fairway und seitlich lauernde Bunker machen das Finish der ersten Hälfte knifflig.
Lesen Sie hier mehr über den Westcourse im Berliner Golfclub Stolper Heide.
Die Back Nine knüpfen nahtlos an dieses Niveau an. Die zehnte Bahn, ein langes Par-4 mit weitem Rechtsbogen, zählt zu den schwersten Löchern des Platzes. Wasser begleitet hier den rechten Rand, während das Grün deutlich geneigt ist. Besonders reizvoll ist die Variabilität der zweiten Platzhälfte: An Bahn 13 wechselt sogar die Par-Wertung je nach Abschlag, was den Platz für unterschiedliche Spielstärken attraktiv macht.
Die Par-3-Bahnen der Back Nine gehören zu den anspruchsvollsten: große, mehrstufige Grüns und häufig Wasser vor oder neben dem Grün erfordern saubere Schläge. Die Schlusssequenz zählt zu den besonderen Stärken des Ostplatzes. Ein gerades Par-4 mit Wasser links vor dem Grün zwingt zur präzisen Annäherung, ehe ein kurzes, aber heikles Par-3 komplett über Wasser gespielt werden muss. Das Finale bildet ein langes Par-5, das durch welliges Gelände führt und mit einem stark segmentierten Grün einen letzten taktischen Test bereithält.
Der Ostplatz der Stolper Heide ist eine gelungene Ergänzung zum berühmteren Westplatz. Er wirkt etwas weniger spektakulär und spielt sich minimal einfacher, bleibt aber sportlich hochwertig und abwechslungsreich. In Kombination ergeben beide Plätze eines der besten Golfangebote im Großraum Berlin.
28 Feb 2026
Im Berliner Golfclub Stolper Heide wartet auf dem Ostplatz viel Wasser. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen aus dem Berliner Golfclub Stolper Heide. (Fotos: Michael Althoff)
Der Ostplatz der Stolper Heide ist eine gelungene Ergänzung zum berühmteren Westplatz. (Fotos: Michael Althoff)