


Der Engländer Matt Fitzpatrick hat am Sonntag die Open de France 2026 der DP World Tour auf dem Le Golf National bei Paris gewonnen. Mit einer Schlussrunde von 70 Schlägen (ein unter Par) kam er auf ein Gesamtergebnis von 20 unter Par und siegte mit drei Schlägen Vorsprung. Es war sein bereits vierter Turniersieg der Saison und zugleich sein elfter Titel auf der DP World Tour.
Am Finaltag machte es Fitzpatrick lange spannend. Mit fünf Schlägen Vorsprung in die Runde gestartet, gelang ihm sein erstes Birdie erst am 13. Loch. Bis dahin hatte der Spanier Eugenio Chacarra den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Schläge verkürzt. Doch Fitzpatricks starkes kurzes Spiel rettete ihn: Zwölf Pars in Serie hielten ihn vorn, dann sorgte das späte Birdie am 13. für Luft.
Hier finden Sie das Ergebnis der Open de France 2026 der DP World Tour.
"Natürlich bin ich überglücklich, es über die Ziellinie gebracht zu haben. Heute war es definitiv ein Kampf", sagte Fitzpatrick nach der Runde. "Die ersten zwölf Löcher hatte ich nicht mein bestes Spiel, es war viel Geduld gefragt. Aber auf den letzten Löchern die Schläge zu treffen und die Putts zu lochen, die ich getroffen habe, war etwas Besonderes."
Der Sieg bei der Open de France ist Fitzpatricks vierter weltweiter Turniersieg des Jahres 2026, nach drei Siegen auf der PGA Tour: der Valspar Championship, der RBC Heritage und der Zurich Classic of New Orleans. Vier Turniersiege in einer einzigen Saison sind auch für etablierte Tour-Profis selten – der Erfolg in Frankreich reiht sich damit in eines der stärksten Jahre seiner Karriere ein.
Für Fitzpatrick war es vor allem die Historie des Turniers, die den Sieg so wertvoll macht. "Die French Open mit seiner Geschichte zu gewinnen – schau dich hier nur um, du hast Sir Nick Faldo, der hier zweimal gewonnen hat, und Seve Ballesteros. Es ist schön, ein Teil dieser Namen zu sein", sagte er auf der Pressekonferenz.
Besonders sein Putten hob der Sieger hervor. "Ich bin unglaublich stolz auf mein Putten diese Woche. Seit den Canadian Open haben wir an ein paar Dingen gearbeitet, an meiner Routine und an mehr Klarheit über dem Ball. Heute war fast der Höhepunkt davon", sagte er auf der Pressekonferenz.
Auch taktisch behielt Fitzpatrick am Finaltag einen kühlen Kopf. "Wenn du eine gesunde Führung hast, hast du Schläge übrig", erklärte er. "Man will einfach weiter Druck ausüben, man geht nicht auf die Fahnen. Es gibt keinen Grund, Schläge herzuschenken." Genau so spielte er die Schlussschleife herunter – bis auf das Birdie am 15., das die Tür endgültig zumachte.
Die Open de France, 1906 gegründet und seit 1991 fester Bestandteil des Kalenders auf dem Le Golf National, ist der älteste nationale Golf-Meisterschaftstitel auf dem europäischen Festland. "Der Platz ist fantastisch, ein großartiger Test. Gerade die Schlussschleife gehört zum Härtesten, was wir das ganze Jahr spielen", sagte Fitzpatrick über den Austragungsort.
Der Spanier Angel Hidalgo beendete das Turnier als Zweitplatzierter mit 17 unter Par. Mit einem Birdie am letzten Loch sicherte er sich zugleich den Startplatz bei den 155. Open Championship in St Andrews, der dem bestplatzierten noch nicht qualifizierten Spieler zustand.
Auf dem geteilten dritten Platz mit 15 unter Par landeten gleich vier Spieler: Matthieu Pavon, Kristoffer Reitan, Eugenio Chacarra und Tom Vaillant. Pavon und Vaillant teilten sich damit die Ehre als bester französischer Spieler des Turniers – Pavons Schlussrunde von 64 Schlägen war neben der von Dan Bradbury die beste Runde des Finaltags. Titelverteidiger Michael Kim kam gemeinsam mit Guido Migliozzi und Brandon Stone auf 14 unter Par ins Ziel, der Däne Jeff Winther belegte mit 13 unter Par allein den zehnten Rang.
Lobende Worte fand Fitzpatrick für seinen Flightpartner Tom Vaillant, der erstmals in der Schlussgruppe eines so großen Turniers stand. "Tom ist ein wirklich solider Spieler, ich war sehr beeindruckt. Er hat viele großartige Schläge getroffen und ist Birdies nicht aus dem Weg gegangen", sagte er.
Für Fitzpatrick war auch die Stimmung vor den französischen Fans ein Höhepunkt. "Die Unterstützung war großartig in dieser Woche, ich habe sie wirklich gespürt", sagte er. "Ich war 2018 hier beim Ryder Cup, das war eine große Sache, und die französischen Fans haben diese Unterstützung wieder gezeigt."
Das Preisgeld der Open de France wurde in Euro ausgeschüttet. Für seinen Sieg erhielt Matt Fitzpatrick 560.429,44 €. Der Zweitplatzierte Angel Hidalgo verdiente 362.630,81 €, während sich die vier Spieler auf dem geteilten dritten Platz jeweils 156.920,24 € sicherten.
Auch das gesamte Verfolgerfeld im Cut wurde nach Platzierung vergütet. Die Gruppe auf Rang sieben – Michael Kim, Guido Migliozzi und Brandon Stone – nahm je 85.053,41 € mit. Am unteren Ende der Wertung erhielten die Spieler noch rund 8.000 €; Tommy Fleetwood, der das Turnier aufgeben musste, wird mit 7.582,28 € gelistet.
Der Sieg krönte für Fitzpatrick besondere Wochen: Gemeinsam mit seiner Frau Katherine hatte er kurz zuvor das erste Kind, Sohn Jack, begrüßt. "Ich habe gerade mit meiner Frau gesprochen. Der erste Sieg als Vater ist wirklich cool, und hoffentlich kann ich diesen Trend fortsetzen", sagte der Champion. "Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und die beiden zu sehen."
Mit dem vierten Saisonsieg stärkt Fitzpatrick zugleich seine Position im Hinblick auf die Ryder-Cup-Qualifikation für Team Europe. "Diesen Sieg über die Ziellinie zu bringen und dazu ein gutes Ergebnis in der Vorwoche in Wentworth ist ein großartiger Start für die Ryder-Cup-Punkte. Das bringt eine Menge Boni", sagte er. Für die DP World Tour markiert der Erfolg einen weiteren Höhepunkt auf einem ihrer traditionsreichsten Austragungsorte, dem Schauplatz des Ryder-Cup-Siegs von 2018.
28 Sep 2026
Matt Fitzpatrick gewinnt die Open de France 2026 der DP World Tour. (Foto: Imago / PsnewZ)