


Die DP World Tour Alfred Dunhill Links Championship findet vom 1. bis 4. Oktober in St Andrews, Carnoustie und Kingsbarns statt. Für die Saisonwertung ist das Turnier besonders interessant, weil Patrick Reed, der die Race to Dubai anführt, verletzungsbedingt fehlt. Der Amerikaner hatte wegen einer Handgelenksverletzung bereits die BMW PGA Championship vorzeitig beendet, die FedEx Open de France verpasst und sich anschließend auch vom Dunhill zurückgezogen. Er hofft auf seine Rückkehr bei der Open de España am 8. Oktober. Das Gesamtpreisgeld in Schottland beträgt 5 Millionen US-Dollar; Titelverteidiger ist Robert MacIntyre.
Das Turnier verbindet einen Einzelwettbewerb für 168 Profis mit einer Teamwertung: Jeder Profi spielt mit einem Amateurpartner. Während der ersten drei Runden wechseln die Duos zwischen dem Old Course, Carnoustie und Kingsbarns; am Sonntag wird die Schlussrunde auf dem Old Course ausgetragen. Nach 54 Löchern kommen die 60 bestplatzierten Profis samt Gleichständen und die 20 führenden Teams weiter. In der Teamwertung zählt an jedem Loch das bessere Nettoergebnis des Profis oder des Amateurs.
Alle drei Plätze sind Par-72-Anlagen. Ihre Längen betragen umgerechnet rund 6.741 Meter am Old Course, 6.758 Meter in Carnoustie und 6.607 Meter in Kingsbarns. Die Turnierbestmarken auf den drei Kursen unterstreichen das Scoringpotenzial: In Kingsbarns steht der Rekord bei 60 Schlägen, auf dem Old Course bei 61 und in Carnoustie bei 63. Fleetwood stellte seine Bestmarke in Carnoustie 2017 auf; Hatton egalisierte 2024 die 61 auf dem Old Course.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Old Course: Vor der nächsten Open Championship wurden dort strategische Anpassungen vorgenommen. Die Bahn 16 wurde verbreitert und erhielt zwei neue Bunker; außerdem wurden Bunker auf den Bahnen 2, 6 und 10 versetzt. Die Championship-Länge stieg dadurch um rund 52 Meter auf etwa 6.741 Meter. Carnoustie bleibt mit seinen Bunkern ein besonders präziser Test, während Kingsbarns mehr Raum für aggressives Spiel und kalkuliertes Risiko bietet.
MacIntyre ist Titelverteidiger und als Schotte mit besonderer Unterstützung in Fife zu erwarten. 2025 gewann er nach einer wetterbedingten Verkürzung auf 54 Löcher mit vier Schlägen Vorsprung vor Hatton. Drei aufeinanderfolgende Runden von 66 Schlägen sicherten ihm den Sieg.
In der Weltrangliste 2026 führt Matt Fitzpatrick das Feld auf Rang vier an; Tommy Fleetwood folgt auf Platz neun. Beide bringen Erfahrung auf Linksplätzen mit. Justin Rose, Weltranglisten-17., ergänzt das englische Trio mit Major-Erfahrung. Hatton ist auf Rang 24 notiert und zählt auch wegen seiner Turnierbilanz zu den Favoriten. Sepp Straka, aktuell 34., bringt solide Ergebnisse auf der großen Tour mit; Brooks Koepka, fünffacher Major-Sieger, ist ebenfalls im Feld. Diese Auswahl verbindet aktuelle Ranglistenpositionen mit Links-Erfahrung, Erfolgen und Major-Klasse.
Die Turniergeschichte liefert ein reizvolles Gegengewicht zur Titelverteidigung: Hatton hat die Dunhill dreimal gewonnen und ist Rekordsieger. Er ist zudem der bislang einzige Spieler, der seinen Titel erfolgreich verteidigt hat – mit Siegen 2016 und 2017. MacIntyres Triumph 2025 machte ihn zum ersten schottischen Sieger seit Colin Montgomerie 2005. Die Ausgabe 2026 markiert 25 Jahre seit der Premiere 2001; wegen der Absage 2020 wurden bislang 24 Austragungen gespielt.
Das Preisgeld beläuft sich auf 5 Millionen US-Dollar. Sportlich steht neben dem Einzeltitel die DP-World-Tour-Saisonwertung im Blickpunkt. Reeds Abwesenheit nimmt dem Feld den Führenden der Race to Dubai; auch Rory McIlroy und Eugenio Chacarra, die beiden weiteren Spitzenreiter, treten laut Turniervorschau nicht an. Damit eröffnet sich für die Verfolger eine Gelegenheit, vor den Play-offs Boden gutzumachen.
Im Mittelpunkt stehen MacIntyres Titelverteidigung, Hattons Jagd nach einem vierten Erfolg und die Frage, wer den Wechsel zwischen drei unterschiedlichen Linksplätzen am besten bewältigt. Das Wetter kann die Bedingungen zusätzlich verändern: 2025 wurde die dritte Runde wegen anhaltenden Winds gestrichen. Bei regulärem Verlauf entscheidet am Sonntag der Old Course, ob der Heimvorteil MacIntyre hilft – oder Hatton und den hoch platzierten Herausforderern eine späte Chance eröffnet.
30 Sep 2026
Die Finalrunde der Alfred Dunhill Links Championship der DP World Tour findet auf dem Old Course in St. Andrews statt. (Foto: Imago)