


St. Kitts ist bekannt für seine üppige Natur, seine Kolonialgeschichte und das entspannte Inselflair. Für Golfer gibt es jedoch noch einen weiteren Grund für eine Reise auf die kleine Karibikinsel: den Royal St. Kitts Golf Club. Die zum Marriott Resort gehörende Anlage ist ein Paradebeispiel für Karibikgolf und bietet ein Erlebnis, das sich im Verlauf der 18 Löcher dramatisch steigert – bis hin zu einem der spektakulärsten Finales der Region.
Entworfen wurde der Kurs von Thomas McBroom, einem Architekten, der vor allem für seine herausragenden Arbeiten in Kanada bekannt ist. Auf St. Kitts beweist er, dass sein Auge für Landschaft und Strategie auch unter Palmen perfekt funktioniert. Der Par-71-Platz bietet mit vier Teeboxen eine angenehme Flexibilität: Von den vorderen Abschlägen misst er moderate 5.049 Yards, während er von ganz hinten mit 6.851 Yards auch gestandene Spieler fordert. Da der Platz weitgehend eben, das tropische Klima aber fordernd ist, sind die meisten Golfer hier bequem per Buggy unterwegs.
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Die Runde startet vergleichsweise verhalten. Das erste Loch, ein bis zu 536 Yards langes Par-5, verlangt Taktik statt purer Gewalt. Wer den Lay-up klug auf der linken Seite platziert, entschärft den Winkel zum nach rechts versetzten Grün, das tückisch von Wasser und Sand bewacht wird.
Ab der fünften Bahn nimmt die Runde spürbar an Fahrt auf, doch das wahre Herzstück der Anlage wartet auf den zweiten Neun. Die Bahnen 14 bis 17 bilden eine furiose Sequenz, die den Platz auf internationales Top-Niveau hebt. Hier spielt der Wind, der meist von der Meeresseite herüberweht, die Hauptrolle. An den Bahnen 15 und 16 ist das Links-Feeling greifbar: Da hier Grünbunker fehlen, kann und muss man den Ball bei starkem Wind oft flach auf das Grün rollen lassen – ein wunderbarer Kontrast zum sonst eher durch „Aerial-Golf“ geprägten Resort-Spiel.
Die 18. Bahn führt die Spieler schließlich als anspruchsvolles Par-4-Dogleg nach rechts zurück zum Clubhaus. Hier lauert auf der rechten Seite reichlich Wasser. Wer aus Angst vor dem nassen Grab zu weit nach links anhält, findet sich schnell in einer weitläufigen Bunkerlandschaft wieder.
Auch die Annäherung verzeiht keine Fehler: Wer zu kurz bleibt, landet in einer Senke vor dem Grün; wer zu weit links oder hinter das Grün zielt, muss sein Können im Sand beweisen – und das mit einem Bunkerschlag, der direkt in Richtung Wasser führt.
Der Royal St. Kitts Golf Club ist eine Anlage, die ihre volle Pracht vor allem im letzten Drittel entfaltet. Die Kombination aus technischem Anspruch und der unbeschreiblichen Aussicht auf das Meer macht jede Runde unvergesslich. Nach dem letzten Putt empfiehlt sich ein Besuch auf der Terrasse oberhalb des 18. Grüns: Mit einem lokalen Rum in der Hand lässt sich der Score wunderbar im goldenen Licht der karibischen Sonne feiern.
02 Jun 2026
Eine Runde Golf im Royal S. Kits Golf Club wird mit jedem Loch spektakulärer. (Foto: Michael Althoff)
Die karibische Kulisse macht einen Besuch im Royal St. Kitts Golf Club unvergesslich. (Fotos: Michael Althoff)