


Nach seinem beispiellosen Wutausbruch am Finalsonntag des US Masters 2026 versucht Sergio García die Wogen zu glätten. Zwei Tage nach der Zerstörung seines Drivers und Schäden an der Teebox von Augusta National veröffentlichte der Spanier ein offizielles Statement. Doch für viele Beobachter kommt die Reue des Champions von 2017 reichlich spät.
Es war ein Bild, das so gar nicht zur ehrwürdigen Stille von Augusta National passen wollte: Ein frustrierter Sergio García, der seinen Driver wie einen Vorschlaghammer in den perfekt manikürten Rasen der zweiten Teebox rammte und das Arbeitsgerät anschließend an einer Kühlbox zertrümmerte. Nachdem der 46-jährige Spanier unmittelbar nach der Runde jegliche Einsicht vermissen ließ, folgte am Dienstag das offizielle „Mea Culpa“.
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Über seine sozialen Kanäle schlug García ungewohnt demütige Töne an. „Ich möchte mich für meine Taten am Sonntag beim Masters-Turnier entschuldigen“, ließ er verlauten. Er betonte seinen Respekt für den Club und die Traditionen: „Ich bereue die Art und Weise, wie ich mich verhalten habe; es hat keinen Platz in unserem Sport. Es spiegelt nicht die Wertschätzung wider, die ich für das Masters, die Zuschauer, die Offiziellen und die Golf-Fans auf der ganzen Welt empfinde.“
Dass diese Entschuldigung erst 48 Stunden nach dem Vorfall erfolgte, sorgt in der Golfwelt für Diskussionen. Direkt nach seiner enttäuschenden 75er-Runde (Gesamt: +8, Platz 52) hatte García Fragen zu dem Vorfall noch schroff abgeblockt. Auf die Frage, was ihm der Vorsitzende des Wettbewerbskomitees, Geoff Yang, bei der historischen offiziellen Verwarnung an Loch 4 gesagt habe, antwortete er lediglich: „Das werde ich Ihnen nicht sagen. Nächste Frage.“
Beobachter vor Ort hatten zudem berichtet, dass Garcías Laune bereits die gesamte Woche über am Tiefpunkt war. Dan Murphy vom NCG Golf Podcast beschrieb das Auftreten des Spaniers als „foul“ (unangenehm). Während andere Ex-Champions das Bad in der Menge genossen, habe García den Applaus der Fans an den Abschlägen kaum gewürdigt oder Blickkontakt vermieden.
Der Vorfall am zweiten Loch – ein missratener Drive in den Bunker, gefolgt von der mutwilligen Sachbeschädigung – blieb nicht folgenlos. Erstmals kam in Augusta das neue „Code of Conduct“-System zum Einsatz. Da García die Teebox beschädigte und seinen Schläger vorsätzlich zerstörte (was ihn zwang, die restlichen 16 Löcher ohne Driver zu spielen), kassierte er eine Verwarnung. In diesem System führen bereits zwei Verstöße zu Strafschlägen, ein dritter zur Disqualifikation.
Für Experten ist der Ausbruch Teil eines besorgniserregenden Musters. Erst 2025 hatte García bei der Open Championship unter ähnlichen Umständen einen Schläger zertrümmert. In seiner Akte finden sich zudem die Disqualifikation bei der Saudi International 2019 wegen beschädigter Grüns sowie der berüchtigte Spuck-Vorfall von Doral, als er nach einer schwachen Performance auf dem Grün in das Loch spuckte.
Die sportliche Krise des Spaniers scheint der Auslöser für die dünne Haut zu sein. Seit seinem legendären Playoff-Sieg gegen Justin Rose im Jahr 2017 konnte García in 29 Major-Starts keine einzige Top-10-Platzierung mehr verbuchen. In Augusta verpasste er seit dem Sieg sechsmal den Cut.
Ob die späte Entschuldigung ausreicht, um seinen Ruf beim exklusivsten Turnier der Welt zu retten, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Bei der anstehenden PGA Championship im Aronimink Golf Club wird García unter besonderer Beobachtung stehen. Dort wird das neue Disziplinar-System ebenfalls angewendet – und eine weitere Entschuldigung zwei Tage nach dem Turnier wird dann kaum mehr ausreichen, um sportliche Konsequenzen abzuwenden.
Hier finden Sie eine Übersicht über alle Golf Majors 2026 mit Terminen und Preisgeldern.
Das US Masters 2026 hat als erstes Turnier den neuen Strafenkatalog implementiert, um die Etikette auf dem Platz zu schützen:
15 Apr 2026
Sergio Garcia beim US Masters 2026. (Foto: Imago / EPA)