


Cameron Young hat die Cadillac Championship auf der PGA Tour mit großer Dominanz gewonnen. Der 28‑Jährige setzte sich auf dem Blue Monster im Trump National Doral (Doral/Miami, Florida) mit sechs Schlägen Vorsprung durch und kam nach vier Runden auf 19 unter Par (269 Schläge). In der Schlussrunde spielte Young eine 68 (−4) – bemerkenswert auch deshalb, weil er sich bereits auf der zweiten Spielbahn einen Strafschlag einhandelte, den er selbst initiierte. Scottie Scheffler, die Nummer 1 der Welt, wurde mit −13 Zweiter, Ben Griffin folgte mit −12 auf Rang drei.
Young führte das Turnier vom ersten Tag an allein und gab die Spitzenposition nicht mehr ab. Schon nach zwei Runden hatte er sich ein Polster erarbeitet, das den Druck für das Wochenende deutlich reduzierte. Am Sonntag ging er mit sechs Schlägen Vorsprung in die Finalrunde und vergrößerte den Abstand vorübergehend sogar noch einmal. Eine kurze Phase mit zwei Schlagverlusten auf den Back Nine änderte am Ausgang nichts – Young blieb insgesamt stabil und brachte den Sieg ohne echte Bedrohung nach Hause.
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Die Szene, die den Finaltag prägte, ereignete sich früh: Auf Loch 2 bemerkte Young, dass sich sein Ball im Fairway minimal bewegt hatte, als er sich auf den Schlag vorbereitete. Im TV wäre der Moment wohl kaum aufgefallen – doch Young stoppte das Spiel, rief einen Referee und akzeptierte die Entscheidung, dass wohl er für die Bewegung des Golfballes verantwortlich gewesen war, da sich kein anderer Grund finden ließ. Es blieb bei einem Strafschlag. Sportlich bemerkenswert: Young rettete dennoch das Par und ließ sich im Anschluss nicht aus dem Rhythmus bringen.
Young beschrieb die Situation später mit klaren Worten: „Dein Herz rutscht dir in die Hose, wenn du siehst, wie der Ball sich bewegt. Aber er hat sich bewegt.“ Außerdem betonte er, dass ihm niemand außer er selbst die Strafe gegeben hätte – er habe nicht „wegschauen“ wollen, wenn der Ball sichtbar nach vorn gerollt sei.
Für den Verlauf der Schlussrunde spielte auch das Wetter eine Rolle. In der Nacht und am frühen Sonntagmorgen ging kräftiger Regen nieder, was den Start verzögerte und den Platz sichtbar weicher machte. Unter diesen Bedingungen wurde die Finalrunde mit Preferred Lies gespielt – die Spieler durften den Ball in bestimmten Bereichen aufnehmen und besser platzieren. Das nahm dem Blue Monster einen Teil seines Schreckens, der am Vortag bei Wind und härteren Oberflächen deutlich stärker zu spüren gewesen war. Entsprechend fielen die Scores am Sonntag insgesamt niedriger aus.
Young ordnete diese Art von Setup grundsätzlich als Vorteil für sich ein. Wenn der Platz und die Bedingungen anspruchsvoll seien, mache ihm das die Aufgabe mental oft einfacher, sagte er sinngemäß: Man konzentriere sich stärker auf den einzelnen Schlag, statt permanent das Gefühl zu haben, Birdies erzwingen zu müssen.
Hinter Young spielte Scheffler eine solide Finalrunde und kam ebenfalls mit 68 Schlägen ins Clubhaus. Trotzdem wirkte der Kampf um den Titel über weite Strecken eher theoretisch: Selbst als Young auf der Back Nine kurz patzte, blieb Schefflers Rückstand groß. Für Scheffler war es zudem bereits das dritte Turnier in Serie, das er als Zweiter beendete. Er würdigte Youngs Woche entsprechend deutlich: Young habe „fantastisches Golf“ gespielt, viele Qualitäts-Schläge produziert und Putts aus allen Lagen gelocht – er sei „schwer zu schlagen“ gewesen.
Ben Griffin behauptete sich dahinter auf Rang drei. Weitere Namen spielten sich mit starken Schlussrunden noch nach vorn: Unter anderem lieferte Adam Scott eine sehr niedrige Sonntagsscorekarte ab und schob sich in die Spitzengruppe – ein Hinweis darauf, wie sehr die weicheren Bedingungen am Finaltag Scoring ermöglichten.
Für Young ist es der dritte PGA‑Tour‑Titel seiner Karriere und bereits der zweite in dieser Saison nach dem Erfolg bei der Players Championship. Dazu passt, dass er zuletzt auffällig konstant auf hohem Niveau spielte. Der Auftritt in Doral fügt dieser Formkurve eine neue Facette hinzu: Young gewann nicht nur mit weitem Vorsprung, sondern zeigte in einem sensiblen Moment auch sportliche Konsequenz – und machte gleichzeitig deutlich, wie stabil sein Spiel geworden ist, wenn es darauf ankommt.
Auch Young selbst beschrieb seinen Sieg weniger als eine Woche, in der „alles“ gleichzeitig perfekt lief, sondern als Turnier, in dem an unterschiedlichen Tagen unterschiedliche Teile seines Spiels trugen. Mal sei das Putten der Schlüssel gewesen, mal das Driving; insgesamt habe er aktuell genügend Werkzeuge, um sich über vier Tage in die richtige Richtung zu bewegen.
Der Cadillac‑Erfolg in Doral ist damit nicht nur ein weiterer Eintrag in die Siegerliste, sondern auch ein Argument in der laufenden Saison-Erzählung: Young hat sich in kurzer Zeit vom „Talent mit vielen guten Wochen“ zu einem Spieler entwickelt, der Turniere kontrollieren kann – selbst dann, wenn er sich unterwegs einen Schlag „selbst abzieht“.
04 May 2026
Cameron Young gewinnt bei der Cadillac Championship seinen dritten Titel auf der PGA Tour. (Foto Imago / Zuma Press Wire)