


Nach einer titellosen Saison meldet sich Nelly Korda eindrucksvoll zurück. Beim ersten Event der LPGA Tour 2026 im Lake Nona Golf & Country Club sicherte sich die US-Amerikanerin ihren 16. Karrieretitel. Doch der Sieg im Hilton Grand Vacations Tournament of Champions war alles andere als gewöhnlich: Extreme Kälte und heftige Sturmböen zwangen die Verantwortlichen zu einer drastischen Entscheidung.
Das neue Jahr auf der LPGA Tour hätte kaum turbulenter beginnen können. Während die Golfwelt gespannt auf das Duell der Weltelite blickte, sorgte ein unerwarteter Kälteeinbruch in Orlando für Chaos. Am Ende stand Nelly Korda als Siegerin fest – allerdings ohne am Finalsonntag auch nur einen einzigen Schlag absolviert zu haben.
Hier finden Sie das komplette Leaderboard des Tournament of Champions der LPGA Tour.
Dass Korda am Ende die Trophäe in den Händen hielt, verdankte sie einer fast schon heroischen Leistung am Samstag. Bei böigem Wind und fallenden Temperaturen spielte die Weltranglistenzweite eine brillante 64er-Runde (8 unter Par). Während der Rest des Feldes mit den Bedingungen kämpfte, distanzierte Korda ihre Konkurrentinnen deutlich.
Mit einem Gesamtergebnis von 203 Schlägen (-13) lag sie drei Zähler vor der Zweitplatzierten Amy Yang aus Südkorea. „Das war vermutlich eine der drei besten Runden meiner gesamten Karriere“, kommentierte Korda ihren Durchmarsch. Nach dem sieglosen Jahr 2025 markiert dieser Erfolg einen Wendepunkt für die 27-Jährige auf der LPGA Tour.
Der sportliche Glanz wurde jedoch von einer hitzigen Debatte über die Turnierdurchführung überschattet. Da die Temperaturen am Sonntagmorgen bis weit unter den Gefrierpunkt fielen und der Boden gefroren war, entschied die LPGA Tour, die Finalrunde komplett abzusagen und das Turnier auf 54 Löcher zu verkürzen.
Die Offiziellen der LPGA Tour begründeten diesen Schritt mit der Unbespielbarkeit des Platzes und der mangelnden Fairness, da Bälle auf dem harten Boden unkontrollierbar versprangen. Prominente Kritik kam unter anderem von Golf-Legende Annika Sörenstam, die den Platz als „spielbar“ einschätzte. Auch Spielerinnen wie Lydia Ko zeigten sich enttäuscht („gutted“), da ihnen die Chance auf eine Aufholjagd genommen wurde. Besonders kurios: Während die Profis pausierten, durften die Amateure des parallel stattfindenden Celebrity-Turniers eine verkürzte 9-Loch-Runde absolvieren.
Trotz der ungewöhnlichen Umstände ist der Sieg für Korda ein wichtiger Meilenstein. Nach einer längeren Durststrecke bewies sie, dass sie auch unter extremen äußeren Einflüssen Weltklasse-Golf abrufen kann. Ihr Fokus auf das Wesentliche – unterstützt durch eine bewusste Social-Media-Auszeit – scheint Früchte zu tragen.
Für Korda und ihre Kolleginnen auf der LPGA Tour folgt nun eine längere Pause, bevor der „Asian Swing“ im Februar in Thailand fortgesetzt wird. Die US-Amerikanerin hat bereits angekündigt, die Asien-Reise auszulassen, um mit frischer Energie in die restliche Saison zu starten.
Auch wenn der Beigeschmack des wetterbedingten Abbruchs bleibt, unterstreicht dieses Turnier die Ausnahmestellung von Nelly Korda. Das Leaderboard der LPGA Tour zeigt nach dem ersten Event Amy Yang auf Rang zwei, gefolgt von Brooke Henderson auf dem dritten Platz. Ob die Tour ihre Protokolle für extreme Wetterereignisse nach der Kritik der Spielerinnen anpassen wird, bleibt abzuwarten.
02 Feb 2026
Nelly Korda gewinnt die Saisoneröffnung der LPGA Tour, das Tournament of Champions. (Foto: Imago / Kyodo News)