


Lottie Woad hat beim Kroger Queen City Championship presented by P&G ihren zweiten Titel auf der LPGA Tour gewonnen. Die 22-jährige Engländerin aus Surrey schloss das Turnier auf dem Maketewah Country Club in Cincinnati, Ohio, am Sonntag mit einer Schlussrunde von 69 Schlägen (−1) ab und setzte sich mit einem Gesamtergebnis von 268 (−12) durch. Zwei Schläge dahinter belegte die Südkoreanerin Haeran Ryu den zweiten Rang. Für Woad war es der zweite Erfolg auf der Tour in lediglich 19 Karrierestarts.
Hier finden Sie das Leaderboard der Queen City Championship 2026.
Die Schlussrunde verlief alles andere als geradlinig. Ryu, dreifache LPGA-Siegerin, startete furios in den Sonntag und spielte die ersten neun Löcher in fünf unter Par – eine Vorstellung, die Woads Drei-Schläge-Polster aus den vorangegangenen 54 Loch zunächst schmelzen ließ. Auf Loch zehn kassierte die Südkoreanerin jedoch ein Bogey, ehe ein folgenreiches Doppelbogey auf dem Par-4 der 13 – entstanden durch einen Drei-Putt aus kurzer Distanz – den entscheidenden Rückschlag bedeutete.
Woad, die selbst auf Loch sechs ein Doppelbogey hinnehmen musste und auf Loch 13 ebenfalls einen Schlag abgab, antwortete mit dem nervenstärksten Moment des Tages: Auf dem Par-4 der 17 versenkte sie einen Birdie-Putt aus rund sechs Metern. „Kein einfacher Putt von der Position oberhalb des Lochs, mit viel Break. Ich bin sehr froh, dass er gefallen ist. Mit zwei Schlägen Vorsprung auf einer Par-3-Schlussbahn zu stehen – damit bin ich sehr zufrieden", sagte Woad nach der Runde. Auf Loch 18 traf die Britin die Grünmitte und spielte ein sicheres Par – der Sieg war perfekt.
Woad beendete das Turnier mit einem Gesamtergebnis von 268 Schlägen (70-64-65-69) und sicherte sich damit ein Preisgeld von 300.000 US-Dollar aus dem Gesamtpreisgeld von zwei Millionen Dollar. Ihr präzises Spiel von Abschlag bis Grün war der rote Faden der Woche: In den letzten drei Runden traf sie jeweils zehn von 14 Fairways – nach einem schwachen Auftakt mit nur drei getroffenen Fairways am Donnerstag eine bemerkenswerte Steigerung.
Mit ihrem zweiten Sieg schreibt Woad auch Tour-Geschichte: Sie ist die schnellste Spielerin seit der Südkoreanerin Sung Hyun Park, die 2017 ihre ersten beiden LPGA-Titel in ihren ersten 16 Starts holte, die zwei Siege in so kurzer Zeit eingefahren hat. Woad benötigte dafür lediglich 19 Starts.
In der Pressekonferenz nach dem Sieg war Woad anzumerken, wie viel ihr dieser Triumph bedeutete – mehr noch als ihr erstes LPGA-Turnier. „Dieser hier ist definitiv ein bisschen süßer als der erste, weil ich ihn nicht wirklich erwartet hatte. Beim ersten war ich mir noch nicht bewusst, wie stark alle da draußen sind – deshalb ist es schön, wieder zu gewinnen", sagte Woad.
Die entscheidende Waffe an diesem windigen Sonntag? Ihr Tee-to-Green-Spiel. „Ich habe wirklich gut von Abschlag bis Grün gespielt. Ich habe viele Grüns getroffen, viele Fairways. Und der Wind war ziemlich stark – ich denke, das war ganz klar der Schlüssel, um die Führung zu halten", erklärte die Engländerin.
Haeran Ryu zeigte über die gesamte Woche eine starke Leistung und führte das Feld mit insgesamt 22 erzielten Birdies an. Ihre Finalrunde von 67 (−3) spiegelte wider, wie nah sie dem Titel war – zu nah, um die Niederlage leicht nehmen zu können, aber auch zu überzeugend, um sie zu übersehen. „Unglaubliche erste Neun. Ich war so glücklich. Aber auf den zweiten Neun hatte ich leider einen kleinen Fehler", sagte Ryu nach der Runde. Es war ihr sechstes Top-10-Ergebnis in zehn Saisonstarts und ihr bestes Resultat in diesem Jahr.
Die Japanerin Miyu Yamashita lieferte die Runde des Tages: Mit einer 64 (−6), die vier aufeinanderfolgende Birdies auf den letzten Löchern beinhaltete, kletterte die 24-Jährige aus Osaka noch auf den dritten Rang (−9). Einen weiteren Schlag dahinter schloss die Chinesin Ruoning Yin auf Platz vier ab (−8, 66). Amanda Doherty aus den USA und die Südkoreanerin Jin Young Ko teilten sich mit je −7 den fünften Rang.
Jeeno Thitikul, Weltranglistenzweite und Vorwochensiegerin beim Turnier in New Jersey, beendete den Wettkampf auf Rang sieben (−6). Die Thailänderin war eine von zwei Spielerinnen, die alle vier Runden unter 70 spielten, zeigte sich am Sonntag mit dem Putter jedoch zu unbeständig (vier Birdies, vier Bogeys). Die Weltranglistenerste Nelly Korda verbesserte sich mit einer abschließenden 67 um elf Plätze auf den geteilten achten Rang (−5). Eine schwache dritte Runde (72, +2) hatte die Amerikanerin jedoch zu weit zurückgeworfen, um noch in den Titelkampf einzugreifen.
Wer Lotties Woad Werdegang kennt, versteht, warum dieser Sieg so besonders ist. Vor genau einem Jahr bereitete sich die damals noch für die Florida State University startende Britin auf die NCAA-Meisterschaft vor, bei der sie den zweiten Platz belegte. Den Sprung auf die LPGA Tour ermöglichte ihr das LEAP-Programm der Tour, das Collegespielerinnen über ein Punktesystem den direkten Einstieg ermöglicht – ohne den beschwerlichen Umweg über die Qualifying School. „Ich säße vielleicht nicht hier mit zwei LPGA-Siegen, wenn ich dieses Programm nicht gehabt hätte. Ich wäre wahrscheinlich zur Q-School gegangen – und man weiß nie, was dort passiert", sagte Woad.
Ihr Profidebüt im Juli 2025 hätte dramatischer kaum sein können: Woad gewann auf Anhieb die Women's Scottish Open. Bereits als Amateur hatte sie 2024 das Augusta National Women's Amateur gewonnen und die Spitzenposition der Weltamateurrangliste inne. Der Sieg in Cincinnati ist nun ihr erster Titel auf amerikanischem Boden – und ihr erster in den USA seit der Eingewöhnung als Vollzeitprofi.
Dass Woad in dieser Woche so souverän auf den Grüns agierte, ist auch eine Geschichte über Rückschläge und Reaktionsvermögen. In der Vorwoche bei der Mizuho Americas Open verpasste sie mit Runden von 80 und 77 den Cut deutlich – ein Erlebnis, das sie nach eigener Aussage frustriert zurückließ. Auf der Suche nach dem Fehler fand sie ihn an ungewöhnlicher Stelle: Ihr Putter-Griff saß schief. „Ich habe den Putter-Griff ausgetauscht, damit er wieder gerade war, und er lag besser in meinen Händen. Außerdem habe ich das vergangene Wochenende komplett mit Putten verbracht. Ich bin einfach in New Jersey geblieben und habe dort geübt", erklärte Woad. Die Investition in die Grundlagen zahlte sich aus.
Für Woad geht es nun ohne große Pause weiter. Anfang Juni steht die U.S. Women's Open im Riviera Country Club in Los Angeles auf dem Programm – eines der prestigeträchtigsten Majors im Damengolf. Auch der Solheim Cup 2026, der in diesem Jahr in Europa ausgetragen wird, ist ein erklärtes Ziel: „Wenn man einfach guten Golf spielt, wird man im Team sein. Das sage ich mir selbst. Ich hoffe, dass ich das Team erreiche – und mein Debüt in Europa zu geben, wäre etwas ganz Besonderes", sagte Woad.
Ryu reist nach dem zweiten Platz zunächst nach Korea, ehe auch sie zur U.S. Women's Open antritt – in einer Form, die sie dort zu einem ernsthaften Titelanwärterinnen macht.
18 May 2026
Lottie Woad hat bei der Kroger Queen City Championship 2026 ihren zweiten Titel auf der LPGA Tour gewonnen. (Foto: Imago / Zuma Press Wire)