


Finca Cortesín gehört zu den großen Namen an der Costa del Sol – nicht erst seit dem Solheim Cup 2023, bei dem Europas Golferinnen hier triumphierten. Der Platz ist eingebettet in ein hochwertiges Gesamtkonzept aus Community, Fünf-Sterne-Hotel, Spa und Golf, und genau diese Ausrichtung spürt man vom ersten Moment an. Großzügige Startzeitenintervalle, ein exzellenter Pflegezustand zu jeder Jahreszeit und kleine Service-Details wie frisches Obst am ersten Abschlag oder eine mobile Buggy-Bar unterstreichen den Anspruch, Golfern ein rundum erstklassiges Erlebnis zu bieten.
Der von Cabell Robinson entworfene Championship Course ist ein Par-72-Platz mit fünf Abschlägen pro Bahn und spielt sich – je nach Tee – zwischen 4.852 und 6.727 Metern. Damit ist er anspruchsvoll, aber fair, sofern man die Abschläge realistisch wählt. Die zahlreichen Höhenunterschiede lassen sich komfortabel mit dem hochwertigen Buggy samt GPS bewältigen, ambitionierte Golfer können den Platz jedoch auch gut zu Fuß absolvieren.
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Die Runde beginnt mit einem langen Par-4, das trotz scheinbar gerader Linienführung taktische Präzision verlangt. Das Fairway hängt nach links, ebenso das Grün, weshalb ein kluger Abschlag über die rechte Seite entscheidend ist. Bereits an der zweiten Bahn, einem langen Par-3, zeigt Finca Cortesín seine Zähne: Ein bewachsener Graben teilt die Spielbahn, das stark bunkerbewehrte Grün fällt nach vorne ab – hier ist Länge ebenso wichtig wie Flughöhe. Das Par-5 als Dogleg links an Bahn 3 wird im letzten Drittel vom Wasser begleitet; die richtige Linie entscheidet über Angriff oder Verteidigung – klassisches Risk-and-Reward.
Ein frühes Highlight bringt Bahn 4: ein kurzes Par-4 mit deutlich erhöhten Abschlägen, bei dem man wahlweise mutig über den Teich direkt das Grün angreift oder strategisch auf Sicherheit spielt – eine perfekte Matchplay-Bahn, die nicht zufällig beim Solheim Cup als Auftaktbahn diente. Spätestens an der langen fünften Bahn merkt man, wie wichtig die Wahl der richtigen Teebox ist, denn Länge, Schräglagen und clever platzierte Bunker fordern selbst starke Spieler. Das folgende Par-3 mit über 220 Metern duldet keinen Fehler – alles, was zu kurz bleibt, bringt ernsthafte Probleme. Die Front Nine spielen sich mit drei Par-5 und zwei Par-3 als Par-37 und verlangen konstante Konzentration.
Auch die Back Nine stehen dem in nichts nach. Sie beginnen mit einem anspruchsvollen Par-3, dessen tief liegendes, schräg abfallendes Grün von Bunkern und Wasser verteidigt wird. Das mit 573 Metern längste Par-5 der Runde zieht sich S-förmig durch das Gelände und fordert präzises Course Management bei jedem Schlag. Besonders eindrucksvoll ist das Par-3 an Bahn 12: optisch spektakulär, technisch fordernd und mit einem Grün, das von fünf Bunkern eingerahmt wird.
In der Schlussphase steigert sich die Dramatik nochmals. Doglegs, blinde Abschläge, tiefe Senken und stark geneigte Grüns verlangen kluge Entscheidungen. Das Finale, ein langes Par-5 als Dogleg links, vereint alle typischen Elemente von Finca Cortesín: Höhenunterschiede, strategische Linienwahl und ein quer zum Hang gebautes Grün, das nur mit einem wohlüberlegten Schlag sicher zu spielen ist.
Finca Cortesín ist ein Bucket-List-Platz – auch beim Greenfee. Wer hier spielt, sollte sich Zeit nehmen – zum Einspielen auf der hervorragenden Range, für die Runde selbst und für einen entspannten Ausklang auf der Clubterrasse. Dieser Platz belohnt nicht nur gutes Golf, sondern auch jene, die ihn mit Ruhe, Respekt und Spielfreude angehen.
20 Jan 2026
Finca Cortesin liegt in Andalusien (Spanien) und war schon Schauplatz des Solheim Cups. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen aus Finca Cortesin. (Fotos: Michael Althoff)
Bunker gehren zum prägenden Bild in Finca Cotesin. (Fotos: Michael Althoff)