


Die Region Hauts-de-France gilt unter Kennern längst als erstklassiges Ziel für Golfreisen. Besonders der Ort Hardelot sticht hervor, denn er beheimatet mit den Plätzen Les Dunes und Les Pins gleich zwei architektonische Highlights. Während Les Dunes der jüngere Part ist, verströmt der 1931 von Tom Simpson entworfene Platz Les Pins den unwiderstehlichen Charme eines ehrwürdigen Parkland-Kurses im Design des „Golden Age“.
Simpson schuf hier ein strategisches Meisterwerk. Wer auf dem Par-71-Kurs erfolgreich sein will, sollte den Driver öfter zugunsten eines Eisens im Bag lassen. Mit einer Gesamtlänge zwischen 4.685 und 5.919 Metern wird schnell klar: Präzision ist hier wichtiger als schiere Kraft. Ungewöhnlich für das frühe 20. Jahrhundert besteht das Layout aus zwei Neun-Loch-Schleifen, die sich in weiten Bögen durch die Landschaft ziehen. Ein Yardage-Book ist hier Pflicht, da die Grüns oft tückisch onduliert sind.
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Frühaufsteher werden mit dem betörenden Duft der Pinien belohnt, der die Runde wie einen Spaziergang durch einen Park wirken lässt. Doch die Idylle täuscht über die Herausforderungen hinweg. Nach einem moderaten Par-5 zum Auftakt wartet an Bahn 2 bereits ein „Monster-Par-4“ mit bis zu 419 Metern, bei dem das Fairway zudem stark nach rechts hängt.
Ein optisches Highlight ist die 5, ein kurzes Par-3, das mit seinem in tiefe Bunker eingebetteten Grün stark an das berühmte 7. Loch von Pebble Beach erinnert – nur dass hier dichte Wälder den Rahmen bilden. Auch die 7, ebenfalls ein kurzes Par-3 über eine beeindruckende Bunkerlandschaft, gehört zu den schönsten Bahnen der gesamten Anlage.
Die Back Nine fordern die Ausdauer und das taktische Geschick. Mit der 13 wartet das mit 521 Metern längste Par-5 der Runde, das drei präzise Schläge erfordert. Besonders interessant ist Bahn 15, ein Dogleg rechts, bei dem eine Baumgruppe mitten im Fairway den Weg zum Grün teilt – hier führen viele Wege zum Ziel, sofern man die mächtigen Bunker meidet.
Zum Abschluss geht es an der 18 zurück zum Clubhaus. Von deutlich erhöhten Abschlägen müssen drei quer zum Fairway verlaufende Bunker überspielt werden, um das langgezogene Grün mit dem zweiten Schlag angreifen zu können.
Der Les Pins-Platz ist nichts für „Hit and Hope“-Golfer. Die oft engen Bahnen und exzellent platzierten Bunker verlangen nach einer klaren Strategie. Wer diese Herausforderung annimmt, wird mit einer hundefreundlichen Top-Anlage und einem abwechslungsreichen Design belohnt, das auch nach über 90 Jahren nichts von seiner Relevanz verloren hat.
21 Apr 2026
Golf d’Hardelot ist bereits fast 100 Jahre alt und ein architektonisches Meisterwerk. (Foto: Michael Althoff)
Die engen Bahnen und die strategisch platzierten Bunker sind eine echte Herausforderung. (Fotos: Michael Althoff)