


Von den glitzernden Seen des Salzkammerguts bis zu den sanften Hügeln des Mühlviertels: Oberösterreich hat sich still und heimlich zu einem der vielseitigsten Golf-Eldorados Europas entwickelt. Mit 28 Anlagen auf engstem Raum bietet die Region eine Dichte, die Profis wie Einsteiger gleichermaßen begeistert. Doch was macht das „Golfen im Viervierteltakt“ so besonders? Eine Spurensuche zwischen Championship-Anspruch und gelebter Bodenständigkeit.
Wer in Oberösterreich den Schläger schwingt, merkt schnell: Hier ist Golf mehr als nur ein Sport – es ist ein Lebensgefühl. „Uns zeichnet die große Dichte aus“, heißt es aus der Region. Tatsächlich finden Golfer im Umkreis von nur 50 Kilometern oft bis zu sieben völlig unterschiedliche Plätze. Von der Landeshauptstadt Linz aus ist nahezu jede der 28 Anlagen in weniger als einer Stunde erreichbar. Es ist diese unkomplizierte Vielfalt, die Oberösterreich zum „Golf-Eldorado“ macht.
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Unsere Reise beginnt dort, wo einst schon Kaiser Franz Joseph Sommerfrische hielt: im Salzkammergut. Der GC Salzkammergut in Bad Ischl, gegründet 1933, ist der älteste Club des Landes. Wer hier abschlägt, atmet Geschichte – und genießt Ausblicke, die bis in die Steiermark reichen.
Nur einen Steinwurf entfernt weht ein frischerer Wind. Am GC Attersee hat der ehemalige Segelweltmeister Andreas Hagara ein Refugium geschaffen, das die Natur in den Mittelpunkt stellt. „Du hast kein Entgegenkommen, keine Parallelbahnen“, beschreibt Hagara die Exklusivität der Ruhe. Zwischen Biotopen und dem tiefblauen Blick auf den See finden gestresste Alltagshüter hier vor allem eines: Entschleunigung.
Dass Golf in Oberösterreich auch architektonisch mutige Wege geht, beweist der GC St. Oswald im Mühlviertel. Die Geschichte des Clubs ist so ungewöhnlich wie sein Design: Inspiriert von einem Trainingslager in Neuseeland, brachte Ski-Legende Hans Pum die Golf-Idee in seine Heimat. Das Ergebnis ist eine vom irischen Architekten Melf Flanagan gestaltete Anlage, deren Clubhaus – ein Siegerentwurf der Kunstuniversität Linz – wie ein modernes Kunstwerk in der hügeligen Landschaft liegt.
Für sportlich Ambitionierte führt kein Weg am Golfresort Kremstal und dem GC St. Florian vorbei. Während Kremstal mit seinem 27-Loch-Resort und anspruchsvollen Wasserhindernissen auf 15 Bahnen punktet („schwer, aber fair“), besticht St. Florian als „Leading Golf Course“. Die Fairways dort seien „weich wie eine Matratze“, die Grüns „rasend schnell“ – ein royales Vergnügen zu Füßen der prachtvollen Tillysburg.
Wer nach der Runde die verbrauchten Kalorien auffüllen möchte, findet im Kremstal ein besonderes Highlight: den größten Schokoladenbrunnen der Welt. Es ist genau diese Kombination aus sportlicher Exzellenz und genussvoller Freizeitgestaltung, die die Region definiert.
Trotz der hohen Dichte an Elite-Plätzen sucht man in Oberösterreich Elitarismus vergeblich. „Bei uns sitzt der Rechtsanwalt neben dem Hausmeister“, heißt es in den Clubs. Ob am Donau Golfclub mit seiner familiären Stimmung oder im grenznahen GC Schärding – die Gastfreundschaft ist echt und ungekünstelt.
Oberösterreich beweist, dass eine Top-Destination nicht nur durch perfekte Grüns besticht, sondern vor allem durch die Menschen, die sie pflegen und bespielen. Egal ob man den 18-Loch-Championship-Kurs sucht oder als Anfänger auf dem öffentlichen Neun-Loch-Platz erste Versuche wagt: Das Golfland im Herzen Österreichs empfängt jeden mit offenen Armen und einem Panorama, das man so schnell nicht vergisst.
Ein Fazit für Reisende: Wer eine Reise nach Oberösterreich plant, sollte mehr als nur das Golfbag einpacken. Die Region lädt dazu ein, Golf mit Wandern, Segeln oder Kultur in Linz und Salzburg zu verbinden – ein idealer Ort für Familienurlaube, bei denen nicht jeder ein Handicap haben muss, um glücklich zu werden.
18 Feb 2026
In Oberösterreich finden Sie mehr als 25 Golfclubs in ruhiger, entspannter Natur. (Foto: Screenshot YouTube)