


Es war ein Sonntag für die Geschichtsbücher der DP World Tour. Während die Golfwelt noch den Sieg von Matt Fitzpatrick auf der PGA Tour in der Vorwoche feierte, legte sein jüngerer Bruder Alex bei der Hero Indian Open 2026 nach. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd sicherte sich der 27-jährige Engländer seinen ersten Titel auf der DP World Tour und sorgte damit für ein Novum im Profisport.
Hier finden Sie das gesamte Endresultat der Indian Open der DP World Tour.
Der Finaltag im indischen Gurgaon entwickelte sich zu einer nervenaufreibenden Achterbahnfahrt. Alex Fitzpatrick startete mit vier Schlägen Rückstand auf den spanischen Titelverteidiger Eugenio Chacarra. Zwischenzeitlich wuchs dieser Abstand sogar auf sechs Schläge an, nachdem Fitzpatrick am dritten und vierten Loch frühe Schlagverluste hinnehmen musste.
Doch wer glaubte, die Entscheidung sei bereits gefallen, unterschätzte die Resilienz des Engländers. In einer Phase, in der viele am berüchtigten Gary-Player-Design des Platzes verzweifelten, zündete Fitzpatrick den Turbo. Mit insgesamt acht Birdies – darunter eine Serie von sechs Birdies innerhalb von acht Löchern ab der sechsten Spielbahn – setzte er das Feld unter Druck. Während Fitzpatrick die Rangliste der DP World Tour an diesem Tag nach oben kletterte, unterliefen Chacarra ab Loch 15 drei Bogeys in Folge, was den Weg für den Führungswechsel ebnete.
Mit diesem Erfolg schrieben Alex und Matt Fitzpatrick Geschichte: Es ist das erste Mal überhaupt, dass zwei Brüder in aufeinanderfolgenden Wochen Turniere auf der PGA Tour und der DP World Tour gewinnen konnten. Matt hatte erst am vorangegangenen Sonntag die Valspar Championship für sich entschieden.
In einem emotionalen Interview nach dem Turnier rang Alex Fitzpatrick um Fassung: "Ich versuche es zu erklären, ohne zu weinen. Es war eine lange Zeit harter Arbeit. Auch wenn das gerade das Schönste auf der Welt ist, gibt es wichtigere Dinge im Leben als Golf... ich werde wahrscheinlich gleich weinen, aber ja, ich bin ekstatisch."
Dabei gab der frischgebackene Champion auch tiefe Einblicke in das brüderliche Verhältnis und den sportlichen Druck, der auf ihm lastete: "Es kann manchmal hart sein, wenn man ständig den Erfolgen von jemandem nacheifert, aber glücklicherweise ist es mein Bruder. Es ist extrem schön, mich zu ihm in die Riege der Sieger gesellen zu dürfen. [...] Ich bewundere ihn und versuche einfach, ihm in jeder Hinsicht nachzueifern."
Der Platz in Indien gilt als einer der anspruchsvollsten im Kalender der DP World Tour. Selbst Rory McIlroy bezeichnete den Kurs einst als "infam". Wie schwierig das Gelände ist, zeigte sich am finalen Par-5-Loch: Fitzpatrick wählte eine extrem vorsichtige Taktik, notierte am Ende ein Doppel-Bogey, gewann aber dennoch mit zwei Schlägen Vorsprung und einem Gesamtergebnis von 9 unter Par.
Dieser Sieg hat weitreichende Folgen für die Saisonplanung. Fitzpatrick wird nun voraussichtlich in die Top 150 der Weltrangliste vorstoßen. Zudem festigt er seine Position in den Top 10 des Race to Dubai, was ihm am Ende der Saison eine der begehrten Karten für die PGA Tour einbringen könnte.
Coach-Legende Pete Cowen, der beide Brüder seit ihrer Jugend betreut, sieht in diesem Erfolg mehr als nur eine sportliche Statistik. Für ihn ist es ein Beweis, dass sich harte Arbeit auszahlt – unabhängig von der Herkunft. Während Matt eher für seine Ruhe bekannt ist, bringt Alex eine aggressive Spielweise und enorme Ballgeschwindigkeiten auf die DP World Tour.
Nach diesem Meilenstein plant Alex eine bescheidene Feier mit einer Coca-Cola, bevor er nach Florida reist, um seinen Bruder Matt vor dessen Start beim Masters zu treffen. Die Golfwelt wird gespannt verfolgen, ob die Fitzpatrick-Brüder diesen Schwung in die kommenden Majors mitnehmen können.
29 Mar 2026
Alex Fitzpatick gewinnt bei der Indian Open seinen ersten Titel auf der DP World Tour. (Foto: x.com/DPWorldTour)