


Lottie Woad hat Europa im Solheim Cup 2026 den entscheidenden Schritt zum Titelgewinn ermöglicht. Die englische Rookie-Spielerin bezwang Auston Kim im 17. Match mit 2&1 und brachte Europa auf 14 Punkte. Weil Carlota Ciganda zu diesem Zeitpunkt gegen Jennifer Kupcho bereits drei Löcher führte, war mindestens ein geteilter Punkt für Europa sicher. Damit war die Marke von 14,5 Punkten erreicht, die zum Gewinn des Pokals nötig war. Kurz darauf machte Ciganda den Erfolg mit einem 4&2 endgültig perfekt. Europa setzte sich im Bernardus Golf mit 15:13 gegen die USA durch und gewann die Sonntagssingles mit 7:5.
„Ich war ziemlich enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, gutes Golf zu spielen und keine Punkte zu bekommen. Am Ende habe ich den Siegesputt gemacht“, sagte Woad. Auf dem 17. Grün wurde die 22-Jährige von ihren Teamkolleginnen gefeiert. Für Europa war es der erste Solheim-Cup-Sieg seit 2023, die USA warten auf europäischem Boden weiterhin seit 2015 auf einen Erfolg.
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Nach dem 8:8-Zwischenstand aus den ersten beiden Tagen erwischten die Europäerinnen im Dauerregen den besseren Start. Charley Hull ging als erste Spielerin für Europa auf die Runde und besiegte Megan Khang mit 3&2. Es war Hulls erster voller Punkt in den fünf Partien des Turniers. Die Engländerin hatte zuvor gemeinsam mit Lottie Woad viermal vergeblich auf einen Sieg gewartet.
Linn Grant legte gegen Angel Yin mit einem 4&3 nach. Die Schwedin blieb damit während des gesamten Wettbewerbs ungeschlagen und beendete ihre Woche mit vier Siegen. „Ich habe heute nicht viele Putts gelocht, aber ich war sehr konstant und habe viele Grüns getroffen“, sagte Hull nach ihrer Partie. Der teils starke Regen habe zusätzlich erschwert, die Geschwindigkeit der Grüns einzuschätzen.
Auch Nanna Koerstz Madsen und Nastasia Nadaud brachten Europa anschließend auf die Siegerstraße. Madsen bezwang Allisen Corpuz mit 2&1, Nadaud setzte sich mit demselben Ergebnis gegen Andrea Lee durch. Europa gewann damit sechs der ersten acht Einzelpartien und baute früh erheblichen Druck auf die Titelverteidigerinnen auf.
Anna Nordqvist hatte Hull trotz der enttäuschenden Ergebnisse an den ersten beiden Tagen erneut an die Spitze gesetzt. „Es war die naheliegende Entscheidung, Charley an die erste Position zu setzen. Wir haben die Statistiken gesehen: Charley und Lottie gehörten bei den Birdies in dieser Woche zu den besten vier Spielerinnen“, erklärte die europäische Kapitänin.
Die USA verhinderten zunächst, dass Europa uneinholbar davonzog. Alison Lee drehte gegen Esther Henseleit einen Rückstand von vier Löchern und gewann noch mit 1 auf. Lee lag nach elf Löchern deutlich zurück, spielte anschließend jedoch fünf der folgenden sechs Bahnen unter Par. Nach Angaben der Turnieroffiziellen war es die größte Aufholjagd in einem Singles-Match des Solheim Cup seit 2013.
„Die ersten neun Löcher waren bei dem starken Regen ziemlich schwierig. Ich habe viele gute Schläge gemacht, konnte aber die Distanzen nicht richtig einschätzen“, sagte Lee. Für die US-Spielerin war es der vierte Sieg in vier Partien – ein herausragender persönlicher Abschluss trotz der Niederlage ihres Teams.
Auch Nelly Korda punktete für die USA. Die Weltranglistenerste setzte sich mit 4&2 gegen Europas Rookie Mimi Rhodes durch und verkürzte zwischenzeitlich den Rückstand. Doch Nastasia Nadaud und Julia Lopez Ramirez antworteten mit weiteren europäischen Siegen. Lopez Ramirez bezwang Yealimi Noh mit 3&2 und holte in ihrem Debütjahr ihren ersten Einzelpunkt.
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Woad führte gegen Kim zeitweise mit vier Löchern, ehe die Amerikanerin mit drei gewonnenen Bahnen in Folge noch einmal Spannung erzeugte. Ein Fehler Kims am 16. Loch brachte Woad jedoch wieder in eine komfortablere Position. Mit ihrem Erfolg auf dem 17. Grün sicherte sie Europa den 14. Punkt – und gemeinsam mit Cigandas halbem Punkt den entscheidenden Vorsprung.
Ciganda hatte gegen Kupcho während der gesamten Partie geführt. Erst am Samstag hatte die US-Amerikanerin das direkte Duell in den Fourballs mit zwei außergewöhnlich langen Birdie-Putts für sich entschieden und den Ausgleich zum 8:8 vorbereitet. Am Sonntag behielt die Spanierin die Kontrolle und gewann mit 4&2.
„Ich glaube, das war eines der besten Teams, die wir in den vergangenen Jahren hatten. Alle waren eine Einheit, ein Team. Dafür steht Europa“, sagte Ciganda. „Ich bin sehr glücklich, das für Anna geschafft zu haben.“ Für die Spanierin war es bereits das zweite Mal in drei Austragungen, dass sie den entscheidenden Punkt für Europa holte.
Der Triumph war auch ein besonderer Moment für Anna Nordqvist. Die Schwedin führte Europa bei ihrer ersten und zugleich letzten Solheim-Cup-Kapitänschaft zum Titel, nachdem sie zuvor ihren Rückzug vom Profisport angekündigt hatte. Besonders die Leistungen der Debütantinnen prägten den Erfolg: Nadaud, Lopez Ramirez und Woad gewannen ihre Einzelpartien, während Rhodes im Teamwettbewerb wichtige Punkte beigesteuert hatte.
„Es waren so viele Emotionen, die sich angestaut hatten. Es war ein langer Weg und sehr viel harte Arbeit“, sagte Nordqvist nach dem Sieg. Auch die lautstarke Unterstützung des Publikums blieb ein prägendes Element des Turniers. US-Kapitänin Angela Stanford bewertete die Atmosphäre trotz der Intensität positiv und erkannte Europas Leistung an: „Die Europäerinnen haben großartig gespielt. Sie standen mit dem Rücken zur Wand, hatten nichts zu verlieren, und genau so sind sie aufgetreten.“
Europa gewinnt den Solheim Cup 2026 mit 15:13. Die nächste Austragung findet 2028 im Valhalla Golf Club in Louisville statt.
13 Sep 2026
Team Europa gewinnt den Solheim Cup 2023 nach einer guten Leistung in den Single Matches am Sonntag. (Foto: Imago / Action Plus)