


Der Ocean Course im Barsebäck Resort gilt als einer der großen Klassiker des skandinavischen Golfsports. Eröffnet 1969 und entworfen von Ture Bruce, verbindet der Par-73-Platz auf eindrucksvolle Weise parklandartige Waldpassagen mit rauen Links-Elementen direkt an der Ostsee. Diese charakterstarke Dramaturgie, kombiniert mit sportlicher Substanz, machte den Platz zum Austragungsort internationaler Top-Events wie der Scandinavian Masters und des Solheim Cups 2003 und festigte seinen Ruf weit über Schweden hinaus.
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Die Runde beginnt vergleichsweise moderat. Breite Fairways und sanfte Doglegs prägen die ersten Bahnen, die sich durch dichte Pinienwälder ziehen. Dennoch ist Präzision gefragt, denn schräg hängende Fairways und schmale Grüneingänge bestrafen Unachtsamkeit schnell. Bereits hier zeigt der Ocean Course, dass er weniger über rohe Länge als über strategisches Spiel fordert. Wer seinen Ball klug positioniert, verschafft sich klare Vorteile für die Annäherungen.
Mit dem markanten Par-3 an Bahn 8 öffnet sich der Platz schlagartig zur Küste. Vom erhöhten Abschlag geht es über Wasser in Richtung Grün, begleitet vom Blick auf den Öresund und oft kräftigem Wind. Spätestens jetzt schlägt das Herz des Ocean Course im klassischen Links-Rhythmus. Die folgenden Bahnen verlaufen direkt am Meer – baumfrei, offen und atmosphärisch eindrucksvoll. Wind, Bodenwellen und gut verteidigte Grüns bestimmen das Spielgeschehen, während das Panorama den sportlichen Anspruch emotional verstärkt. Diese Passage zählt zu den spektakulärsten Abschnitten des Platzes.
Nach dem Küstenintermezzo führt die Back Nine zurück ins Landesinnere. Die Bahnen werden technisch anspruchsvoller, die Grüns stärker onduliert und die Entscheidungen komplexer. Mehrfach verlangen Doglegs eine klare Spielstrategie: riskant abkürzen oder defensiv vorlegen. Besonders die langen Par-4-Bahnen entwickeln bei Gegenwind beinahe Par-5-Charakter, während die Par-5-Löcher durch ihre schmalen, bunkerreichen Grüns vor allem im kurzen Spiel höchste Konzentration erfordern.
Der Schlussabschnitt zählt zu den großen Stärken des Ocean Course. Spätestens ab Bahn 15 kommt es auf jeden einzelnen Schlag an. Das Zusammenspiel aus Wind, ansteigendem Gelände und clever verteidigten Grüns fordert auch erfahrene Golferinnen und Golfer bis zum letzten Putt. Die Schlussbahn, ein markantes Dogleg durch hohe Pinien, bietet eine würdige Bühne für ein finales Risk-and-Reward-Szenario und rundet die Runde sportlich wie landschaftlich ab.
Der Ocean Course präsentiert sich als Platz mit internationalem Anspruch und klarer Identität. Die Mischung aus sanftem Auftakt, dramatischer Küstenkulisse und forderndem Finale macht ihn zu einem echten Erlebnis für ambitionierte Golfer. Barsebäck bleibt damit ein Fixpunkt für alle, die Golf als strategische Herausforderung und landschaftliches Erlebnis zugleich verstehen.
10 Feb 2026
Im Barsebäck Resort fand 2003 der Solheim Cup statt. (Foto: Michael Althoff)
Breite Fairways und sanfte Doglegs prägen die ersten Bahnen, die sich durch dichte Pinienwälder ziehen. (Fotos: Michael Althoff)
An der Ostseeküste Schwedens muss jederzeit mit Wind gerechnet werden. (Fotos: Michael Altoff)