


Es war eine Demonstration der Stärke, die das restliche Feld am Finalsonntag der Senior PGA Championship 2026 zu Statisten degradierte. Mit einer spektakulären 63er-Runde sicherte sich Stewart Cink im „The Concession Golf Club“ nicht nur den Titel, sondern zementierte auch seinen Status als derzeit alles überragender Spieler der PGA Tour Champions.
Wer am Sonntagmorgen auf ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen gehofft hatte, wurde von Stewart Cink schnell eines Besseren belehrt. Der 52-Jährige, der als amtierender Charles Schwab Cup Champion bereits mit viel Rückenwind nach Florida gereist war, verwandelte das Finale des ersten Senior-Majors des Jahres in eine persönliche Ehrenrunde.
Hier finden Sie das Endergebnis der Senior PGA Championship 2026.
Nach einem verhaltenen Start zündete Cink an der siebten Bahn den Turbo. Mit einem präzisen Eagle auf dem Par-5-Loch übernahm er die Kontrolle und ließ Birdies an der 8 und 9 folgen. Doch damit nicht genug: Als er an der 11 einen 10-Meter-Putt zum nächsten Birdie versenkte, war die Vorentscheidung gefallen. Fünf unter Par über eine Spanne von nur fünf Löchern nahmen jegliche Spannung aus dem Turnier.
Am Ende stand eine fehlerfreie 63er-Runde auf der Scorekarte – ein neuer Platzrekord. Mit einem Gesamtergebnis von 19 unter Par (269 Schläge) siegte Cink mit sechs Schlägen Vorsprung vor dem zweitplatzierten Ben Crane. Dass er den historischen Allzeit-Rekord von Sam Snead aus dem Jahr 1973 nur um einen einzigen Schlag verpasste, war am Ende nur eine Randnotiz einer ansonsten makellosen Woche.
Für Cink ist es der siebte Titel auf der Senioren-Tour und sein erstes Major in dieser Altersklasse. Der Sieg weckt Erinnerungen an seinen Triumph bei der Open Championship 2009 in Turnberry, doch der US-Amerikaner sieht sich heute auf einem anderen Level. Gegenüber der PGA of America zog er einen interessanten Vergleich: „Es ist schwer, die beiden Siege zu vergleichen, aber das Maß an Genugtuung und Bestätigung fühlt sich gleich an. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt wahrscheinlich mehr Kontrolle habe als damals. Ich fühle mich heute als ein kompletterer Spieler.“
Dass Cink diese Kontrolle besitzt, beweisen die Zahlen: In seinen bisherigen 16 Runden auf der PGA Tour Champions in dieser Saison blieb er kein einziges Mal über Par. In Bradenton spielte er die letzten 28 Löcher des Turniers ohne ein einziges Bogey.
Trotz der Dominanz war der Sieg hart erarbeitet. Der Kurs „The Concession“ gilt als einer der anspruchsvollsten Austragungsorte und bestraft kleinste Ungenauigkeiten sofort. Cink verriet nach der Runde, dass ihm eine SMS seines Sohnes Reagan am Vorabend die nötige Ruhe gab: „Bleib dabei, was du tust, und der Golfplatz wird nachgeben.“
Dieser Rat ging auf. Während Konkurrenten wie der Südafrikaner Keith Horne, der als Führender in den Tag gestartet war, am Druck und dem Platz scheiterten, blieb Cink geduldig. Auch Ben Crane, der ein starkes Major-Debüt feierte, musste die Überlegenheit seines Freundes anerkennen: „Ich habe großartiges Golf gespielt, also macht es mir nichts aus, geschlagen zu werden, wenn es so gutes Golf ist“, so Crane nach seiner 68er-Schlussrunde.
Neben dem Scheck über 540.000 US-Dollar und der lebenslangen Startberechtigung für dieses Turnier sicherte sich Cink mit dem Sieg auch ein Ticket für die „reguläre“ PGA Championship im Mai im Aronimink Golf Club.
Für die Konkurrenz auf der Seniorentour sind das wenig ermutigende Aussichten. Mit vier Siegen aus den letzten sechs Starts scheint Stewart Cink momentan in einer eigenen Liga zu spielen – ein Champion, der, wie er selbst sagt, „fast nicht wollte, dass der Tag endet.“
20 Apr 2026
Stewart Cink gewinnt bei der Senior PGA Championship 2026 seinen ersten Major-Titel auf der PGA Tour Champions. (Foto: Imago / NurPhoto; Archivbild)