


Rund 100 Kilometer nordöstlich von Oslo, tief in den schattigen Nadelwäldern Südnorwegens nahe der schwedischen Grenze, erstreckt sich mit dem Kongsvingers Golfklubb einer der renommiertesten Plätze des Landes. Die 1988 als 9-Loch-Anlage gegründete Anlage fand Anfang der 2000er-Jahre im Areal Liermoen ihre heutige Heimat. Für das architektonische Meisterwerk zeichnet der schwedische Platzarchitekt Peter Nordwall verantwortlich, der die 18 Spielbahnen präzise in den uralten Kiefern- und Fichtenbestand einbettete.
Das herausragende Designmerkmal ist die vollkommene Isolation der einzelnen Löcher: Dichte Baumreihen schlucken Umgebungsgeräusche und erzeugen auf den Fairways grüne Korridore ungestörter Stille. Dank des sandigen Untergrunds präsentiert sich der Par-72-Kurs selbst nach skandinavischen Regengüssen mit hervorragender Entwässerung. Von den gelben Abschlägen misst die Runde 5.833 Meter, bietet aber mit insgesamt sechs Teeboxen faire Bedingungen für jede Spielstärke.
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Das gestalterische Herzstück der Anlage bildet der See Fløyta, den der Platz in zwei großen Schleifen umrundet. Die Front Nine beginnt taktisch geprägt mit einem kurzen, steil abfallenden Par-4, das als Dogleg nach links gespielt werden muss. Bereits an Bahn 3 wartet die schwerste Herausforderung des Tages: Ein S-förmiges Par-5 mit bis zu 558 Metern, das sich hügelig und von Bunkern gesäumt zur Fahne schlängelt.
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte wechseln sich präzise Platzierungsaufgaben mit abwechslungsreichen Grüngestaltungen ab, ehe das neunte Loch als optisches Highlight den ersten Teil der Runde beschließt. Hier verlangt das variable Design von den hinteren Teeboxen einen mutigen Carry-Schlag über das Wasser des Sees direkt auf das quer liegende Fairway.
Die zweite Schleife bietet eine ausgewogene Struktur aus jeweils drei Par-3-, Par-4- und Par-5-Bahnen. Nach dem vermeintlich leichtesten Loch der Runde – einem 123 Meter kurzen Par-3 an Bahn 11 – fordert Loch 12 als zweitschwerste Bahn höchste Konzentration: Das 526 Meter lange Par-5 überrascht mit einer stark welligen Topografie, die einen präzisen Teeshot auf die linke Bahnseite verlangt.
Die optische Krönung der Back Nine bildet Bahn 17: Ein malerisches Par-3, dessen Grün wie eine Halbinsel am Seeufer liegt. Zum Finale fordert das 416 Meter kurze Par-5 an Bahn 18 noch einmal volle Nervenstärke. Der finale Anstieg bergauf verlangt unter den Blicken der Zuschauer auf der Clubhausterrasse eine exakte Annäherung auf das stark ondulierte Grün.
Nach der Runde erwartet die Spieler skandinavische Gastfreundschaft im erhöht gelegenen Clubhaus. Die Westterrasse des Restaurants bietet einen weitläufigen Panoramablick über den See und das 18. Grün. Der Club investierte spürbar in moderne Infrastruktur: Neben digitaler Platzbuchung stehen eine Driving Range mit Trackman-Technologie, erweiterte Übungsbereiche sowie ein kompakter Kurzplatz für Einsteiger zur Verfügung.
Zudem zeichnet sich die Anlage durch ein kompetentes Team rund um Manager Daniel Larsson im Pro-Shop und eine ausgeprägte Hundefreundlichkeit aus. Für golfreisende Genießer auf der Suche nach sportlicher Herausforderung inmitten unberührter Natur ist Liermoen ein absoluter Pflichttermin.
08 Aug 2026
Dichte Baumreihen schlucken im Kongsvingers Golfklubb Umgebungsgeräusche und erzeugen auf den Fairways grüne Korridore ungestörter Stille. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen aus dem Kongsvingers Golfklubb. (Foto: Michael Althoff)