


Vom 9. bis 12. Juli 2026 steigt im Evian Resort Golf Club das vierte Major der LPGA-Saison. Es ist das einzige Damen-Major auf dem europäischen Festland, und in diesem Jahr trifft die geballte Weltspitze auf einen Platz, der sich über den Winter deutlich verändert hat. 132 Spielerinnen kämpfen hoch über dem Genfersee um einen der prestigeträchtigsten Titel im internationalen Damengolf — bei einem auf 9,1 Millionen US-Dollar erhöhten Gesamtpreisgeld.
Hier finden Sie das Evian Championship 2026 Live-Leaderboard.
An der Spitze der Meldeliste für die Evian Championship 2026 steht die Weltranglistenerste Nelly Korda, die nach einer starken Saison erneut zum engsten Favoritinnenkreis zählt. Dahinter drängt sich die Weltelite: Jeeno Thitikul, Hannah Green, Charley Hull und die Japanerin Ayaka Furue gehören ebenso zu den Anwärterinnen wie die Französin Céline Boutier, die vor heimischem Publikum auf besondere Unterstützung bauen kann. Insgesamt sind 46 der Top 50 des Rolex Rankings am Start — dichter ist ein Feld im Damengolf kaum zu besetzen.
Angesichts dieser Leistungsdichte dürfte der Kampf um den Titel bis zum letzten Putt offen bleiben. Genau das hat die Evian Championship in den vergangenen Jahren zu einem der spannendsten Majors der Saison gemacht.
Kaum ein Platz im Damengolf hat so viele Durchbrüche gesehen wie die Evian Championship. Zuletzt holten sich hier drei Spielerinnen in Folge ihren allerersten Major-Titel: Grace Kim 2025, davor Ayaka Furue 2024 und Céline Boutier 2023. Ein Sieg hoch über dem See wird auffällig oft zum Startpunkt einer ganz großen Laufbahn.
Titelverteidigerin Kim will ihren Triumph wiederholen. Sie hatte sich 2025 mit einem spektakulären Eagle am 18. Loch ins Stechen gegen die damalige Weltranglistenerste Thitikul gerettet und dieses bei 14 unter Par für sich entschieden. Ob ihr dieser Coup 2026 in gleicher Form gelungen wäre, ist allerdings fraglich — denn genau dieses Schlussloch sieht heute anders aus.
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Über den Winter hat der Club den Platz in einem viermonatigen Projekt umgestaltet und dabei drei Löcher verändert — allen voran das abschließende Par 5. Zusammen mit dem ursprünglichen Architekten wollte man die Bahnen anspruchsvoller machen, wie LPGA-Agronom John Miller erläutert: "Sie wollten den Löchern etwas mehr Pfiff geben, besonders der 18. Es wird wirklich spannend zu sehen, wie unsere Spielerinnen diese Löcher jetzt spielen."
Am 18. Loch kamen zwei neue Fairwaybunker hinzu. Der erste liegt rechts, mitten in der Landezone: "Um daran vorbeizukommen, muss man die Mitte des Fairways treffen. Liegt man ein wenig links, ist man im Rough", so Miller. Damit fällt für viele die Option weg, das Grün direkt anzugreifen. Ein zweiter Bunker auf der linken Seite verschärft die Entscheidung zusätzlich — wer den ersten Bunker vermeiden will, muss den zweiten überwinden oder davor auflegen und aus größerer Distanz angreifen. Kims siegbringendes Eagle wäre unter diesen Bedingungen deutlich schwerer zu wiederholen.
Auch an zwei weiteren Bahnen wurde gearbeitet. Am ersten Loch, einem Par 4, wurde das Grün rechts hinten um rund 4,5 Meter erweitert und mit einem neuen Bunker geschützt. Am fünften Loch, einem Par 3, wuchs die Puttfläche so stark, dass nun das kurz davor liegende Wasser wieder ins Spiel kommt. Die Gesamtlänge des Kurses bleibt trotz aller Eingriffe bei rund 6.500 Yards.
Miller räumt ein, dass die Grüns bei der Jabra Ladies Open de France im Mai noch zu uneben für die neuen Fahnenpositionen waren. Für das Major zeigt er sich jedoch optimistisch: Der Platz sei inzwischen reifer und eingewachsen. "Wir wollten Geld investieren, um den Kurs so anzupassen, dass er ein echter Major-Platz ist."
So oder so verlangt die Evian Championship das gesamte Repertoire. Schmale Zielkorridore vom Tee, wellige Puttflächen und ein oft drehender Wind lassen kaum Spielraum für Ungenauigkeit. Wer weit schlägt, ist damit noch längst nicht im Vorteil — entscheidend sind das Spiel mit den Eisen und die Ruhe im kurzen Spiel, wenn die Grüns schnell laufen. Und das Schlussloch bleibt trotz der neuen Bunker die große Birdie-, wenn nicht Eagle-Chance, an der ein Turnier kippen kann. Minjee Lee drehte hier 2021 einen Sieben-Schläge-Rückstand noch zu ihrem ersten Major-Titel.
Die Evian Championship eröffnet zugleich die entscheidende europäische Sommerphase im Damengolf. Sie endet eine Woche vor der AIG Women's British Open — für viele Spielerinnen geht es also nicht nur um einen Major-Titel, sondern auch um wertvolle Weltranglistenpunkte vor dem nächsten Höhepunkt. Traumkulisse über dem Genfersee auf der einen, harter sportlicher Prüfstein auf der anderen Seite: Genau dieser Kontrast hebt die Evian Championship aus dem Kalender heraus.
07 Jul 2026
Nelly Korda gehört bei der Evian Championship, dem vierten Golf-Major der Damen, zu den Favoritinnen. (Foto: Imago / NurPhoto)