


Platz drei im zweiten Profi-Turnier, Titel im dritten – Moa Svedenskiold startet fulminant in ihre LETAS-Karriere. Die 22-Jährige vom Golfclub Ringenäs an der schwedischen Westküste feiert nach Rang drei in der Vorwoche in Tschechien ihren ersten Profi-Titel bei der Premiere der Ladies German Challenge powered by VcG. Mit einem Ergebnis von insgesamt neun unter Par liegt sie nach drei Runden zwei Schläge vor Bel Wardle (England) und Lauren Holmey (Frankreich) und drei vor Ffion Tynan (Wales). Hanna Tauber vom GC Bergisch Land landet bei ihrem Heimspiel am Ende neben Maria Vittoria Corbi (Italien) auf dem geteilten fünften Rang bei vier unter Par.
„Es fühlt sich großartig an. Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert, aber ich bin erleichtert und wirklich, wirklich glücklich, das hier mit engen Freunden zu feiern“, freute sich die Siegerin. „Meine Mama und mein Papa sind hier, mein Papa war mein Caddie, deshalb bin ich einfach richtig glücklich. Ich habe es sehr genossen.“ Einen großen Anteil am Erfolg habe ihr Vater, meint Svedenskiold. „Er ist großartig. Er bleibt in dieser Situation einfach total ruhig. Wir haben über alles Mögliche gesprochen, nur nicht über Golf. Wir machen Witze, reden über die Heimreise nach Schweden nach dem Turnier und so weiter.“
Ihr Sieg bringt sie dem Aufstieg auf die Ladies European Tour deutlich näher. Es ist ein Sieg, der ihr gerade in dieser Woche viel bedeutet, wie sie betont: „Es ist toll, dass ich den Sieg hier mit meinen Eltern gemeinsam feiern kann." Allzu lang wird die Party jedoch nicht dauern. Das nächste Turnier, die PGA Championship, findet in Schweden statt. „Die Autofahrt wird so ziemlich den ganzen Tag dauern“, sagt Svedenskiold. „Wir fahren den ganzen Weg zurück, werden wahrscheinlich gegen Mitternacht ankommen.“ Irgendwo werde sie versuchen, noch eine kleine Feier unterzubringen.
„Es ist meine erste Saison hier auf der LET Access Series, ich sauge einfach alles in mich auf und lerne dazu“, hatte Svedenskiold noch am Samstag gesagt. Und wie sie lernt.
Auch für Fan-Favoritin Hanna Tauber war es eine besondere Woche. Ende Mai hatte die 21-Jährige in Österreich ihren ersten LETAS-Sieg gefeiert und war nun auch in der Heimat nah dran. Nach den ersten beiden sehr starken Runden lag sie jeweils in Führung, am Ende reichte es nach einer durchwachsenen Schlussrunde zum fünften Platz und damit zu einem weiteren Top-Ergebnis in der noch jungen Saison.
„Natürlich hatte ich am Ende etwas mehr Druck, den ich mir selbst gemacht habe, das ist normal“, sagte Tauber nach der Finalrunde. „Manchmal geht man besser damit um, manchmal schlechter. Insgesamt war es aber super in dieser Woche. Was hier organisatorisch aufgefahren wurde, ist wirklich fantastisch. Der Platz war in einem super Zustand. Und es war unvergesslich, wie viele Menschen hier waren, das war wirklich ein schönes Gefühl.“ Tauber verbessert sich mit ihrer Top-Platzierung auf Position vier in der Order of Merit.
„Die Ladies German Challenge powered by VcG schließt für uns als Deutsche Golf Sport GmbH eine wichtige Lücke im deutschen Turnierkalender“, sagt Turnierdirektor Christian Schunck vom Veranstalter Deutsche Golf Sport GmbH (DGS). „Wir wollten bewusst eine Plattform entwickeln, die den Spielerinnen der LET Access Series professionelle Bedingungen in Deutschland bietet und zugleich den Nachwuchs und das Publikum näher an diesen Sport heranführt. Dass dieses Bild nun Gestalt angenommen hat, ist nur durch starke Partner möglich – insbesondere durch die VcG als Presenting-Partner und durch die VP Bank, die unter anderem mit dem Girls ProAm eine sehr wirkungsvolle Nachwuchsinitiative unterstützt hat. Die Rückmeldungen aus der Turnierwoche bestärken uns darin, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Achim Battermann, der stellvertretende DGV-Präsident und Vizepräsident der VcG, sieht das Event als „wichtige Plattform für die Entwicklung unserer besten Nachwuchs- und Profispielerinnen. Turniere der LET Access Series ermöglichen wertvolle internationale Wettkampferfahrung und können ein entscheidender Schritt auf dem Weg auf die Ladies European Tour sein. Dass wir eine solche Bühne in Deutschland bieten können, ist für unsere Athletinnen von großem Wert. Unser besonderer Dank gilt der Vereinigung clubfreier Golfspieler, die dieses Turnier als Presentingpartner ermöglicht und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Frauengolfs in Deutschland leistet. Von diesem Engagement profitieren nicht nur die Spielerinnen, sondern der deutsche Golfsport insgesamt. Ebenso danken wir der VP Bank für ihre Unterstützung beim Girls ProAm, das vielen jungen Golferinnen unvergessliche Momente beschert hat.“
Am Abschlag standen ab Freitag 132 Spielerinnen, darunter 16 deutsche Starterinnen, von denen es sechs in die Finalrunde am Sonntag schafften. Amateurin Susanne Brenske glänzte dabei als geteilte 14.; Platz 31 teilen sich unter anderem Kimberley Sommer und Hannah Karg. Amateurin Mia Lena Hoffmann beendet das Turnier als geteilte 38. Chiara Horder landet auf Position 41.
Der Golf-Club Bergisch Land in Wuppertal bot in der Turnierwoche bei sommerlichen Bedingungen als Austragungsort des einzigen deutschen Events der LET Access Series (LETAS) den perfekten Rahmen für drei Tage Spitzensport. Deutsche Nachwuchsgolferinnen bekamen erstmals analog zur erfolgreichen German Challenge der Männer im Wittelsbacher Golfclub im Juli die Möglichkeit, sich auf Profi-Niveau mit der internationalen Konkurrenz zu messen.
Dank der Unterstützung der Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV e.V. (VcG) ging es gleich bei der Premiere um das zweithöchste Preisgeld der Saison auf der LET Access Series, der Nachwuchstour der Ladies European Tour (LET). Insgesamt wurden 70.000 Euro an die Spielerinnen in der Finalrunde verteilt. Svedenskiold erhält neben dem Siegerscheck auch einen Startplatz bei der VP Bank Swiss Ladies Open auf der Ladies European Tour im August.
Bereits zum Start in die Turnierwoche hatte die Ladies German Challenge powered by VcG dem Golf-Nachwuchs die große Bühne geboten und zwei Tage vor dem Event das VP Bank Girls ProAm präsentiert. Hier erlebten Mädchen von 8 bis 15 Jahren echtes Profi-Feeling bei einer gemeinsamen Runde mit den Profigolfspielerinnen auf dem Turnierkurs. Die Eltern begleiteten die Mädchen dabei nicht auf den Platz, stattdessen konnte jede Spielerin eine Freundin oder einen Freund als Caddie mitbringen. „Das ProAm war wirklich unfassbar gut“, schwärmte auch Hanna Tauber. „Wir waren ja alle mal so jung. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“
Die LET Access Series (LETAS) ist die offizielle Nachwuchstour der Ladies European Tour und bildet die entscheidende Entwicklungsstufe auf dem Weg in den internationalen Spitzengolfsport. Sie bietet aufstrebenden Spielerinnen die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen Turniererfahrung zu sammeln, Weltranglistenpunkte zu erspielen und sich über eine Saisonwertung für die Ladies European Tour zu qualifizieren. 2026 stehen zwischen April und November 19 Turniere in 13 Ländern im Tourkalender. Zuletzt hatte die deutsche Nachwuchshoffnung Helen Briem 2024 mit einem Titel-Hattrick Geschichte auf der LETAS geschrieben.
(Text: Starke und Pfeiffer)
22 Jun 2026
Moa Svedenskiold gewinnt bei ihrem dritten Turnierstart auf der Ladies European Tour Access Series ihren ersten Titel (Foto: Stebl)