


Von der Tour-Waffe bis zum fehlerverzeihenden Allrounder – Cleveland Golf präsentiert vier Wedge-Modelle, die das kurze Spiel auf jedem Level revolutionieren sollen. Wir stellen alle vier vor und erklären, wer wirklich von welchem Modell profitiert.
Kein Schläger entscheidet so oft über Birdie oder Bogey wie das Wedge. Das kurze Spiel – die Chips, Pitches und Bunkerbefreiungen rund ums Grün – ist der Bereich, in dem sich Handicaps tatsächlich trennen. Cleveland Golf weiß das seit Jahrzehnten und gilt in der Golfwelt als einer der renommiertesten Wedge-Hersteller überhaupt. Mit vier aktuellen Modellen bedient die Marke heute nahezu jede Spielstärke, jeden Budgetrahmen und jede Spielsituation – vom nassen Rough bis zum harten Bunker im Hochsommer.
Der wichtigste Schritt der jüngsten Produktgeschichte ist dabei ein Materialwechsel: Mit dem RTZ und dem CBZ Tour Satin stellte Cleveland im Januar 2025 erstmals Wedges auf Basis der hauseigenen Z-Alloy-Stahllegierung vor – ein Schritt, den das Unternehmen offiziell als „groundbreaking" bezeichnete. Was dahintersteckt und wie sich die vier Modelle voneinander unterscheiden, lesen Sie im Folgenden.
Um die aktuellen Modelle einordnen zu können, lohnt ein kurzer Blick zurück. Im Jahr 2020 führte Cleveland die ZipCore-Technologie ein – einen leichten Kern mit niedriger Dichte, der den Schwerpunkt des Schlägerkopfes näher an die Treffzone verlagert und das Trägheitsmoment (MOI) erhöht. Diese Innovation bildete das Fundament für alle nachfolgenden Modelle.
2022 folgte das CBX ZipCore, das ZipCore erstmals mit einem Cavity-Back-Design kombinierte und damit besonders fehlerverzeihende Eigenschaften für Spielerinnen und Spieler mit mittlerem Handicap bot. Im Januar 2023 – in Europa ab März desselben Jahres – erschien das RTX 6 ZipCore und brachte mit HydraZip eine Technologie mit, die laut internen Entwicklungstests bis zu 43 Prozent mehr Spin bei nassen Bedingungen gegenüber dem Vorgängermodell erzielen soll.
Den bislang größten Entwicklungssprung vollzog Cleveland im Januar 2025 mit der Einführung von Z-Alloy. Die neue Stahllegierung wurde eigens für Wedges entwickelt und bietet nach Herstellerangaben mehr Gestaltungsfreiheit bei der Schlägerkopf-Konstruktion sowie eine höhere Langlebigkeit: Im Vergleich zu herkömmlichem Stahl soll das Material über die gesamte Nutzungsdauer bis zu 15 Prozent mehr Spin erhalten. Dass das RTZ bereits im Oktober 2024 beim PGA-Tour-Event Shriners Children's Open auf dem Platz zu sehen war – noch vor dem offiziellen Verkaufsstart – unterstreicht das Vertrauen, das Profis der Entwicklung entgegenbrachten.
Wer höchste Ansprüche ans kurze Spiel stellt, findet im RTZ Clevelands aktuell technisch fortschrittlichstes Wedge. Es ist das erste Modell überhaupt, das auf der neuen Z-Alloy-Legierung basiert – ein Material, das nicht nur ein reineres Schlaggefühl verspricht, sondern auch deutlich robuster gegen Verschleiß ist als klassischer Stahl. Rostbeständigkeit und langfristiger Spin-Erhalt sind dabei keine Marketingversprechen, sondern messbare Eigenschaften, die das RTZ besonders für regelmäßige Golferinnen und Golfer interessant machen.
Technologisch schöpft das RTZ aus dem Vollen: HydraZip optimiert die Reibung der Schlagfläche auch unter Feuchtigkeitseinfluss, ZipCore verlagert den Schwerpunkt präzise hinter die Treffzone, UltiZip-Grooves sorgen für konstanten Spin aus unterschiedlichsten Lagen, und Rotex Milling passt die Oberflächenstruktur gezielt an verschiedene Schlagtypen an. Als Komponenten setzt Cleveland auf den True Temper Dynamic Gold Tour Issue S400 Schaft und den Golf Pride Tour Velvet 360 Griff – eine Kombination, die im Tour-Einsatz erprobt ist.

Besonders vielseitig macht das RTZ das Sohlenschliff-Angebot: Neben den bewährten Optionen LOW (für festen Untergrund und flachen Angriffwinkel), MID (für alle Bedingungen) und FULL (für weichen Untergrund und steilen Angriffwinkel) bietet der neue ADAPT-Schliff eine speziell auf Sand- und Lob-Wedges ausgelegte Lösung mit Grooves über die gesamte Schlagfläche und zusätzlichem Bounce an der Leading Edge.
Fazit RTZ: Empfehlenswert für erfahrene Golferinnen und Golfer mit niedrigem Handicap, die auf Langlebigkeit, Präzision und Tour-erprobte Technologie setzen.
Das CBZ Tour Satin ist das jüngste Modell im Cleveland-Lineup und kombiniert die neue Z-Alloy-Legierung erstmals mit einem Cavity-Back-Design. Das Ergebnis ist ein Wedge, das Premium-Materialqualität mit einer breiteren Fehlertoleranz verbindet – und damit eine Brücke schlägt zwischen anspruchsvollen Spielerinnen und Spielern und solchen, die noch an der Konstanz ihrer Treffpunkte arbeiten.
Das Cavity-Back-Design weitet den Sweet Spot aus, während ein GelBack-Einsatz aus TPU unerwünschte Vibrationen bei Fehltreffern dämpft und das Schlaggefühl weicher macht. ZipCore, HydraZip und UltiZip sind auch hier verbaut – das CBZ steht dem RTZ technologisch also kaum nach, bietet aber zusätzlich das Pyramid Face Pattern für eine gleichmäßigere Ballinteraktion über die gesamte Schlagfläche.

Besonders bemerkenswert ist die Loftrange: Das CBZ ist ab 44° erhältlich und eignet sich damit auch als Gap-Wedge oder als Ersatz für das unterste Eisen im Bag. Die loftspezifisch angepassten Sohlenschliffe – V-förmig in den niedrigeren Lofts, S-förmig in der Mitte, C-förmig bei höheren Lofts – sorgen dafür, dass jeder Schlagtyp optimal abgedeckt wird. Als einziges Modell im Vergleich ist das CBZ auch mit einem Graphitschaft erhältlich.
Fazit CBZ: Die beste Wahl für ambitionierte Allrounderinnen und Allrounder, die keine Kompromisse bei der Materialqualität eingehen wollen, aber gleichzeitig von mehr Fehlertoleranz profitieren möchten.
Als Cleveland das RTX 6 ZipCore im Januar 2023 vorstellte, formulierte Pat Ripp, Tour Engineering Manager im Bereich Research and Development, den Anspruch des Schlägerkopfes pointiert: Das Modell sehe von außen klassisch aus, sei innen aber mit drei technologischen Durchbrüchen ausgestattet, die den Vorteil auf die Seite der Golferinnen und Golfer verlagerten – unabhängig von den Bedingungen auf dem Platz.
Tatsächlich ist HydraZip die auffälligste Innovation des RTX 6 ZipCore: Durch eine Kombination aus dynamischen Schlagflächen-Blasts und lasergefrästen Linien wird die Reibung maximiert und Spin auch bei Nässe gesichert. Interne Tests belegten laut Hersteller 43 Prozent mehr Spin in nassen Bedingungen im Vergleich zum Vorgängermodell – ein Wert, der für Golferinnen und Golfer in regenreichen Regionen besonders relevant ist. UltiZip-Grooves schneiden präziser durch Gras und Schmutz, ZipCore optimiert Schwerpunkt und MOI.
Neu im Sortiment war 2023 der LOW+-Schliff für Sand-Wedge-Lofts: Eine C-förmige Sohle mit zwei Grad mehr Bounce als der klassische LOW-Schliff – entstanden aus dem Feedback von Tour-Spielerinnen und -Spielern, die Vielseitigkeit und Sandbunker-Performance in einem Schliff suchten.
Fazit RTX 6 ZipCore: Ideal für fortgeschrittene Golferinnen und Golfer, die auf klassische Wedge-Optik setzen, aber keinen Kompromiss beim Spin eingehen wollen – besonders stark bei wechselhaften Witterungsbedingungen.
Das CBX ZipCore ist das älteste der vier Modelle und richtet sich an Golferinnen und Golfer, die ihr kurzes Spiel systematisch verbessern möchten, ohne dabei auf ein strafendes Schläger-Design angewiesen zu sein. Das Cavity-Back-Design in Verbindung mit einem gewichteten Hohlkörper sorgt dafür, dass auch Fehltrefferpunkte abseits des Sweet Spots noch kontrollierbare Ergebnisse liefern.
ZipCore ist auch hier verbaut und optimiert MOI sowie Schwerpunktlage. Ein TPU-Gel-Einsatz dämpft Vibrationen bei unsauberen Treffern – das Schlaggefühl bleibt damit angenehm weich, auch wenn der Ball nicht ideal getroffen wurde. UltiZip-Grooves mit zwei zusätzlichen Rillen pro Schlagfläche erhöhen den Kontakt zwischen Gras und Grooves und verbessern den Spin selbst aus dem Rough.
Die dynamischen Sohlenschliffe passen sich automatisch den unterschiedlichen Lofts an: V-förmig in den niedrigeren Bereichen, S-förmig bei mittleren Lofts und C-förmig bei hohen Lofts – ein durchdachtes System, das keine manuelle Schliff-Wahl erfordert.
Fazit CBX ZipCore: Der optimale Einstieg in die ZipCore-Technologie für Golferinnen und Golfer mit mittlerem bis höherem Handicap – zuverlässig, fehlerverzeihend und zu einem fairen Preis.
Z-Alloy ist eine von Cleveland speziell für Wedges entwickelte Stahllegierung. Sie ist rostbeständiger als herkömmlicher Stahl und behält ihre Spin-Eigenschaften über einen längeren Zeitraum bei – ein entscheidender Vorteil für Golferinnen und Golfer, die ihr Wedge regelmäßig und intensiv nutzen.
ZipCore bezeichnet einen leichten Kern mit niedriger Dichte im Inneren des Schlägerkopfes. Er verlagert den Schwerpunkt präzise hinter die Treffzone, erhöht das Trägheitsmoment (MOI) und verbessert damit Konstanz und Gefühl bei jedem Schlag.
HydraZip ist eine Oberflächentechnologie, die durch eine Kombination aus dynamischen Schlagflächen-Strukturen und lasergefrästen Linien die Reibung zwischen Ball und Schlagfläche maximiert – auch bei Nässe oder Feuchtigkeit im Gras.
UltiZip bezeichnet die Rillengeometrie der Cleveland Wedges: schärfer, tiefer und enger aneinander als bei Standardmodellen. Das ermöglicht es dem Schläger, effektiver durch Gras und Schmutz zu schneiden und dabei mehr Spin zu erzeugen.
Bounce beschreibt den Winkel zwischen der Sohle des Wedges und dem Boden. Ein hoher Bounce-Wert (z. B. 12–14°) eignet sich für weiche Böden und steile Angriffwinkel, ein niedriger Bounce (z. B. 6°) für harte Böden und flachere Schwünge.
Sohlenschliffe (Grinds) definieren die Form und Breite der Wedge-Sohle. Sie bestimmen, wie das Wedge mit dem Untergrund interagiert – und welche Schlagarten besonders leicht fallen. Die Wahl des richtigen Schliffs hängt von Schwungtyp, Bodenverhältnissen und bevorzugten Schlagarten ab.
Mit vier klar differenzierten Modellen deckt Cleveland Golf heute nahezu das gesamte Spektrum ab: vom Tour-orientierten RTZ über das vielseitige CBZ bis hin zu den bewährten und preislich attraktiven Modellen RTX 6 ZipCore und CBX ZipCore. Der Materialwechsel zu Z-Alloy markiert dabei eine neue Generation im Wedge-Bau – mit echten, messbaren Vorteilen in Bezug auf Langlebigkeit und Spin-Konstanz.
Wer unsicher ist, welches Modell zur eigenen Spielweise passt, sollte auf ein professionelles Wedge-Fitting setzen. Dabei werden Schwungtyp, Angriffwinkel, bevorzugte Schlagarten und Bodenverhältnisse berücksichtigt – und die Entscheidung wird deutlich einfacher.
28 Apr 2026
Wir vergleichen vier Wedge-Modelle von Cleveland und erklären, welches sich für wen eignet. (Foto: Cleveland)